Archiv für Juli 2008

Jetzt kommt der Endenheimtrojaner

Donnerstag, 31. Juli 2008

Im schönen Zillerthal liegt die kleinste Stadt Deutschlands: Endenheim. Eigentlich ist Endenheim keine richtige Stadt. Eigentlich ist Endenheim nur ein Haus – Das eines Bahnvorstehers. Durch Endenheim führt eine Bahntrasse. Nur zweimal am Tag fegt ein Schnellzug durch das äh Dorf.

Klaus-Peter Thormann ist Bahnvorsteher, Bürgermeister, CDU-Vorsitzender und einer von zwei Einwohner Endenheims. Die zweite Anwohnerin ist seine Frau Elsa Müller-Thormann.

Nachdem Herr Thormann von dem geplanten Bundestrojaner, dem geplanten Bayrischen Trojaner und nun von dem Hansetrojaner gelesen hat, hat er als Bürgermeister beschlossen, dass ein Endenheimtrojaner her muss.

“Es kann ja nicht angehen, dass das Land und jedes Bundesland einen eigenen Trojaner hat und ich nicht.”

Eigentlich wäre der Endeheimtrojaner gar nicht ins Gespräch gekommen. Doch eines Tages ist etwas Unvorhergesehenes eingetroffen, was den Herrn Bürgermeister beunruhigt hat.

“Meine Frau ist aus der CDU ausgetreten und hat sich der Linkspartei zugeschrieben. Ich traue ihr nun nicht mehr. Wenn ich das Schlafzimmer betrete, klappt sie schnell ihren Laptop zu, als ob sie was zu verbergen hätte.”

Auch sonst scheint der Haus- äh der Stadtseegen schief zu hängen.

“Erst hat sie den Einzelverbindungsnachweis bei der T-COM abbestellt, so dass ich nicht mehr weiß, wen sie wann anruft, und dann meinte sie noch, sich eine Firewall auf ihrem Laptop installieren zu müssen. Und das, obwohl wir doch einen Router haben. Die hat ganz sicher irgendwas zu verbergen.”

Wen Herr Thormann mit der Programmierung des Trojaners beauftragt, hat er noch nicht entschieden.
Der einzige Mensch, der in der idyllischen Stadt Endenheim einen schreiben könnte, ist seine Frau. Sie ist studierte Diplominformatikerin.

Panikmache mit Überschriften – Update

Mittwoch, 30. Juli 2008

Es gibt von Lite-On einen DVD-Brenner, der auf Wunsch gebrannte CDs und DVDs unbrauchbar macht.

Nun kann man das so und so der lesenden Kundschaft mitteilen.
Tom’s Hardware titelte Anfang Juni “Lite-On: DVD-Brenner zerstört Daten”. Heise titelt heute “DVD-Brenner von Lite on zerstören gebrannte CDs und DVDs”.

Wenn ich einen Brenner von Lite-On hätte, würde ich beim Lesen der Überschriften wohl in Panik verfallen und beten, dass von diesem “Fehler” nicht mein Modell betroffen ist.

Machen die das eigentlich mit Absicht?

Update:
Heise hat die Überschrift nun geändert in “DVD-Brenner von Lite-on mit Löschfunktion für gebrannte CDs und DVDs”.
Na also, geht doch.

IN or OUT

Mittwoch, 30. Juli 2008

Letzte Woche beim Zappen auf einem Privatsender eine “Reportage” gesehen, in der eine “Modeexpertin” Badegäste neu eingekleidet hat.
Dabei festgestellt, dass Badehosen wieder IN und Badeshorts wieder OUT sind.
Originalton der “Modeexpertin”: “Badeshorts gehen gar nicht!”

Gestern beim Zappen auf dem gleichen Privatsender wieder eine “Reportage” gesehen, in der eine andere “Modeexpertin” Badegäste eines Badesees neu eingekleidet hat.
Dabei festgestellt, dass Badeshorts nun doch wieder IN und Badehosen dafür OUT sind.
Originalton der “Modeexpertin”: “Badehosen gehen gar nicht!”

Ich bin verwirrt.

BVerfG fordert Neuregelung des Rauchverbots

Mittwoch, 30. Juli 2008

Wir, vor allem A.J., haben ja schon öfter über das Rauchverbot in Kneipen geschrieben.
Man kann als Nichtraucher solch ein Verbot nur begrüßen. Wenn man in einem Restaurant etwas speisen möchte, kann man seit einiger Zeit das Essen noch mehr genießen als es zu den Zeiten der zugequalmten Restaurants der Fall war. Der Unterschied zu vorher ist gravierend. Zumindest nehme ich das so wahr.

Nun hat heute das Verfassungsgericht aufgrund der Klagen zweier Kneipenbesitzer festgestellt, dass die aktuelle Regelung verfassungswidrig ist. Kneipenbesitzer mit nur einem zu kleinen Raum werden derzeit benachteiligt, weil sie kein extra abgeschlossenes Raucherzimmer einrichten können.
Laut dem BVerfG dürfen diese Kneipenbesitzer nicht benachteiligt werden. Das Rauchverbot gilt nun für diese unter gewissen Voraussetzungen vorerst nicht mehr.
Eine Neuregelung bis Ende 2009 muss her.

Nur wie wird diese Aussehen?
Es gibt da aktuell wohl zwei extreme Möglichkeiten: Das Rauchen wird generell wieder erlaubt oder es wird generell überall verboten. Die Ausnahmeregelung für Restaurants und Kneipen mit extra Raucherzimmer könnte so wegfallen. Doch an dieser Ausnahmeregelung ist die heute erlassene Regelung gebunden, die den kleinen Kneipen wieder die Raucherkunden ermöglichen soll.
Aufgrund der Feststellung des Verfassungsgerichts, dass der Schutz der Bevölkerung Vorrang hat, wird es wohl eher zu einem generellen Rauchverbot kommen.
Ob das die Kläger so gewollt hatten? Wohl kaum. Die Klagen dürften sich am Ende als typisches Eigentor herausstellen.

Ich sage es ja immer: Gerechtigkeit ist, wenn alle nichts bekommen.

“Nur fünf Minuten, bis ein ungepatchter Windows PC kompromittiert wird”

Donnerstag, 24. Juli 2008

Bei Heise Security erschien gerade ein Kommentar über die immer wiederkehrende Halbwahrheit, dass ein ungepatchter Windows PC innerhalb weniger Minuten im Internet kompromittiert wird.
Heise straft dieses “Gerücht” mit

“bestenfalls Unfug, in manchen Fällen aber auch bewusstes Reiten der Panikwelle”

ab. Heise behauptet, dass dieses Problem spätestens mit erscheinen von Windows XP SP2 und der darin enthaltenen Firewall behoben worden wäre.

Im Prinzip gebe ich Heise da recht, aber nicht in allen Punkten. Die Situation wurde alleine durch den Umstand, dass mittlerweile fast ausschließlich Breitbandverbindungen ins Internet genutzt werden und diese normalerweile einen Router mit eingebauter Firewall vorgeschaltet haben, drastisch entschärft.
Aber die Firewall, sei es Desktop (bzw. Personal), Router oder dedizierte Firewall verschließt nicht alle Infektionswege. Es sind noch massenweise Systeme im Einsatz, die eben kein SP2 installiert haben und die keine regelmäßigen Windows-Updates durchführen. Als klassisches Beispiel könnte man die gecrackte Windows XP Version nennen, die ohne Service Pack laüft und auch nicht upgedated werden kann.
Es sind immer noch veraltete Browserversionen und veraltete Virenscanner im Einsatz, die zu einer Kompromittierung beitragen. Wer denkt, mit einer Firewall wären alle Probleme gelöst, der irrt ganz einfach.

Daher reden wir meiner Meinung nach vielleicht nicht von 5 Minuten, bis ein ungepatchter Windows PC kompromittiert ist, aber es dauert sicherlich nur wenige Stunden, bis sich der PC eine Erkältung einfängt.

Der SPON-Artikel “Die Beta-Blogger”

Mittwoch, 23. Juli 2008

Ich lese gerne auf Spiegel Online und ab und an kauf ich mir auch mal die Printausgabe.
Daran ändert auch der aktuelle Artikel “Die Beta-Blogger” auf Spiegel Online nichts. Dazu muss man sagen, dass der Artikel zuerst in der aktuellen Printausgabe stand. Wie man auf die Idee kommen kann, über Blogger zu schreiben und dies in der Printausgabe zu verstecken, weiß ich nicht. Das ist, als wenn ich über Bildleser schreiben würde, und würde den Artikel in der Staatsoper aushängen.
Nun ist der Artikel ja auch online verfügbar und das ist gut so.
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Wiso Mein Geld 4 und iTan (Update)

Dienstag, 22. Juli 2008

Mittlerweile sind viele Banken gerade dabei bzw. haben den Wechsel zum sicheren iTAN Verfahren vollzogen. Nun wurden auch bei einigen Banken die Online-Zugänge für Fremdprogramme auf dieses neue Zweitschrittverfahren (frag mich nicht was das im Detail ist) mit iTan umgestellt.
Wer jetzt noch stolzer Besitzer von Wiso Mein Geld 4 ist und nicht bereit war, den jährlichen Abopreis für die neuste Version zu bezahlen, dem erging es in den letzten Tagen evtl. genauso wie mir.
Beim Aktualisieren der Umsätze erhielt ich nur eine Fehlermeldung, dass nur noch das Zweischrittverfahren möglich wäre.
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Wo bleiben die Blogartikel über das iPhone 3G?

Donnerstag, 17. Juli 2008

Letztes Jahr konnte niemand schnell genug über sein neues iPhone bloggen. Bis auf wenige Ausnahmen bleiben die Artikel über das iPhone 3G dieses Jahr aus.

Dieser Erfahrungsbericht “Warum ich das iPhone 3G hasse!” von Philipp könnte eine Erklärung für die ausbleibenden Artikel liefern.

Auch interessant die Kommentare. Beispiel:

“Der Apple-Service ist tatsächlich hervorragend bei Ersatz. Ich musste mein Bluetooth-Headset mehrfach umtauschen, hat perfekt geklappt.”

Tja, noch besser wäre gewesen, man müsste das Teil gar nicht umtauschen.

via Robert

Ich Link Dich! (09/2008)

Dienstag, 15. Juli 2008

Bayrische Medienanstalt: Streaming-Angebote sind Rundfunk
(heise vom 15.7.2008)
Anstatt sich um Abzock-TV zu kümmern wird lieber das Internet tot reguliert.

Bewerbunk um Ausbildung zu SPedition
“Familienstand: 2 Freundinnen”
(kanzlei hoenig vom 9.7.2008)

Millionen für Bochum: Nokia legt Subventionsstreit mit NRW-Regierung bei
(heise vom 3.7.2008)
NOKIA “kauft” sich frei.
Passend dazu auch der Film Abschied auf Finnisch (Videoformat: WMV9, Videogröße: 688 x 384, Länge: 30:09 Minuten) in der ZDF mediathek

Mercedes Benz Mixed Tape
Mercedes Benz Mixed Tape 21 ist erschienen.

Fernsehkritik-TV – Folge 14
(fernsehkritik.tv vom 30.6.2008)
U.a. 10 skurrile Momente im Astro-TV, Tschüss Callactive, Bräunen per SMS und vieles mehr.

Umfrage: IT-Mitarbeiter schnüffeln Kollegen aus
“Admins sind neugierig und missbrauchen ihre Rechte hin- und wieder, um einen Blick auf die Gehaltsdaten von Kollegen zu werfen oder Mails mitzulesen.”
(testticker.de vom 20.6.2008)

iPhone 3G-Kunden: Wie verzogene Kinder!

Dienstag, 15. Juli 2008

Böses, böses T-Mobil. Wenn man einigen iPhone-Kunden Glauben schenken würde, so ist der Leibhaftige gar nichts gegen das deutsche Telekommunikationsunternehmen.
Doch haben die iPhone-Kunden Recht mit ihren Vorwürfen?

Nicht genug Geräte vorrätig?

In einigen Blogs und Foren kann man Klagen lesen, dass je T-Punkt nur wenige Geräte zur Verfügung standen. Doch ist das die Schuld von T-Mobile?
Ich kann mir schlecht vorstellen, dass die Firmenzentrale sich gesagt hat “halten wir die meisten Geräte erst mal zurück und strecken wir das Geschäft”. Warum sollten sie?
Viel wahrscheinlicher ist es, dass Apple einfach nicht genug Geräte geliefert hat. Aber rechnen wir doch einfach mal nach: Meines Wissens gibt es ca. 700 T-Punkt Läden. Insgesamt standen 15.000 iPhones am ersten Verkaufstag zur Verfügung. Den Rest der Rechenaufgabe überlasse ich den geneigten Lesern. Hätte jeder iPhone-Kunde auch hinbekommen – sogar mit dem iPhone 1.0.

Ablösesumme wirklich Abzocke?
Die Bestandskunden können unter gewissen Voraussetzungen auch an ein neues iPhone 3G gelangen. Doch welch Geschrei von wegen Abzocke usw. gingen durch die Blogs und Foren, nur weil T-Mobile dies u.a. gegen eine Ablösesumme anbot.
Nun, Vertrag ist nun mal Vertrag. Normalerweise würde dieser mindestens 2 Jahre laufen. T-Mobile könnte auf Erfüllung der Verträge der Kunden des ersten iPhone pochen (was nebenbei erwähnt das Problem mit den wenigen Geräten auch gleich etwas entspannen würde).
Doch die Herren im Hause T zeigten ein Herz und überlegten, wie man der Apple-Kundschaft entgegenkommen könnte. Als Dank durften sich die Herren nun böse Vorwürfe anhören.

Neukunden wurden bevorzugt?
Einige Bestandskunden bekamen nach eigener Aussage am ersten Verkaufstag keine iPhone verkauft. Angeblich sollen in einigen T-Punkt Geschäften die Geräte primär an Neukunden gegangen sein.
Nun, es ist nicht neu, dass Neukunden vor Bestandskunden bevorzugt werden. Das ist fast in der gesamten Kommunikationsbranche üblich – und nicht nur dort. Schließlich leben die Unternehmen von den Verträgen und nicht primär vom Verkauf von Telefonen. Die Bevorzugung ist daher weniger überraschend. Die “Überraschung” der enttäuschten Bestandskunden daher schon eher.
Im Grunde hat ihnen ja niemand die Geräte verweigert. Sie müssen eben nur ein paar Tage länger darauf warten.

Fazit: Wie verzogene Kinder!
Da wahre Apple-Jünger ihrer Gottheit ja keine Vorwürfe machen können da diese frei von Fehl und Tadel ist, musste nun mal wieder T-Mobil als Sündenbock herhalten.
Natürlich kann man den Exklusivvertrieb des iPhone durch T-Mobile kritisieren. Vielleicht wäre mehr Bewegung in den Preisen, wenn auch andere Mobilfunkunternehmen das Gerät anbieten dürften oder es gar frei auf dem Markt erhältlich wäre.
Doch zu Verträgen gehören immer mindestens zwei: T-Mobile und Apple. Wer also ein Problem mit dieser Konstellation hat, darf nicht nur dem Mobilfunkunternehmen einen Vorwurf machen.
Auch ein verhalteneres Kaufgebaren könnte hier vielleicht etwas bewirken. Doch wer wie ein brunftiger Bock gleich am ersten Verkaufstag die Läden stürmt, darf sich nicht wundern, wenn sich an der aktuellen Situation nichts ändert. Denn die Verkaufszahlen bestätigen das aktuelle Verkaufsmodell als Erfolgsmodell. So einfach ist das.
Da wundert es eigentlich, dass T-Mobile den Bestandskunden so kulant entgegen kommt. Gedankt wird es dem Unternehmen nicht. Doch trotz aller Kritik gibt es auch hier wieder genug Kunden, die bereit sind, so ziemlich alles auf sich zu nehmen, um an das neue iPhone zu kommen. Und das, obwohl sich zur Version 1.0 nicht wirklich viel geändert hat. Auch hier könnte mehr Zurückhaltung ein Zeichen setzen. Tja, könnte…
Stattdessen kommt das Verhalten mancher Apple-Kunden dem eines verwöhnten und quengelnden Kindes gleich. Bekommt es nicht alles sofort und genau so wie es das gewohnt ist, fängt es an zu schreien und zu zetern!
DAS nenne ich ein Erfolgsmodell! Dank solcher Kunden Leuten darf man davon ausgehen, dass auch zukünftig sich bei dem Vertriebsmodell iPhone nicht viel ändern wird.

Notausgang
Ach ja, wer sich jetzt (natürlich zu Unrecht) angesprochen fühlt, hier ist der Notausgang:
Es bleibt noch zu erwähnen, dass es auch normale iPhone-Kunden gibt.