Archiv für Juni 2009

Qualititätsjournalismus und Späße auf Kosten der Opfer des Flugs AF 447

Donnerstag, 25. Juni 2009

Am 1. Juni diesen Jahres stürzte der Air France Flug 447 ab bei dem wahrscheinlich über 200 Menschen ihr Leben verloren. Mangels Materials und neuen Nachrichten, greifen manche Nachrichtenformate doch gerne mal in ihre Trickkisten.

So strahlte diese Tage das bolivianische Fernsehen angebliche Fotos aus, die im Inneren der Air France Maschine in dem Moment des Auseinanderbrechens des Flugzeugs geschossen worden sein sollen. Die angeblichen spektakulären Aufnahmen sind in Wirklichkeit Screenshots aus der US TV-Serie Lost, in der es um den Absturz des fiktiven Flug Oceanic 815 geht.

Doch RTL ist da nicht besser. Ein Ausschnitt in dem Format “RTL Aktuell”, in dem ein im Flug auseinanderbrechendes Flugzeug gezeigt wird, entpuppt sich auch als eine Szene der US TV-Serie LOST. RTL kommentiert die Szene mit den Worten “Und so sahen die letzten Minuten des Fluges AF 447 offenbar aus”.

Bei Spiegel online kam jemand auf die Idee, die Eilmeldung “Akustik-Signale stammen nicht von der Black Box” mit dem Zusatz “Sie kommen vielmehr von Lothar Matthäus, der sich auf der verzweifelten Suche nach einem neuen Trainer-Job befindet” zu versehen und dies unter Satire zu veröffentlichen. Spiegel online ist eben nicht das Satire Magazin Titanic.

Südhessen-SPD gegen Netzsperre – Aber erst nach der Wahl

Montag, 22. Juni 2009

Wenn man es selber nicht gelesen hat, will man es gar nicht glauben.
Da stimmen ALLE beteiligten SPD-Abgeordneten der Hessen-SPD letzte Woche FÜR das Internetsperrgesetz, und dann kommt heute folgende Meldung über den Ticker:

“Der SPD-Bezirk Südhessen verlangt die Rücknahme des von der großen Koalition beschlossenen Gesetzes zur Sperrung von Kinderporno-Seiten im Internet. Die Netzsperren seien ineffektiv und höchstwahrscheinlich grundgesetzwidrig, heißt es in einem Beschluss des Bezirksparteitags am Samstag in Langenselbold”

Was ist das? Ein unglücklicher Versuch, sich die Stimmen sowohl von Netzsperrbefürwortern als auch die der Netzsperrgegner zu sichern?

Es war Mahnwache – und keine “Sau” ging hin

Donnerstag, 18. Juni 2009

So sieht das also aus.
Ich schreibe gestern noch, dass keine “Sau” zu den Demos gegen die Auswüchse unseres Überwachungsstaates gehen, und ernte damit einige bitter böse Reaktionen.

Und heute?
In Berlin war Mahnwache zum Beschluss des Netzsperren-Gesetzes.
Spreeblick berichtet von 300 Teilnehmern.
Berlin hat 3,4 Mio. Einwohner. Das Verhältnis kann sich jeder selber ausrechnen.

Ich will die Leistung und den Mut der Teilnehmer nicht schmälern.

Aber so wird das nix.

134014 Mitzeichner finden kein Gehör – und wir sind selber schuld

Mittwoch, 17. Juni 2009

Einhundertvierundreissigtausendundvierzehn Menschen haben die Petition “Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten” gezeichnet.
Ein neuer Rekord – doch geholfen hat es am Ende nichts.

Doch wer ist Schuld an diesem Schlamassel?
Es ist leicht, die Schuld auf die SPD zu schieben. Die Partei, die immer mehr einem Wackeldackel auf der Hutablage einer CDU-Karosse gleicht, hat mit ihrem “Kurs” nicht wirklich überrascht.
Ist dann die CDU schuld? Eine Partei mit einer Kanzlerin, groß geworden in einem Unrechtsstaat?
Oder ist es Frau von der Leyen? Eine Familienministerin, die etwas geschafft hat, wovon ein Innenminister nur träumen kann?
Oder sind es die immer wieder “gleichgeschalteten” Medien, die das Thema bisher nicht wirklich aufgegriffen haben?

NEIN!

Schuld an dem Ganzen sind wir selbst.

Wir die Wähler!
Wir haben als Wähler diese Regierung gewählt und werden dies bei der nächsten Wahl so oder so ähnlich wieder tun.
Datenvorratshaltung, unzureichende Gesetze zum Schutz unserer persönlichen Daten, Wohnraumüberwachung usw. haben uns noch immer nicht zum Umdenken bewegt.

Wir die Bürger!
Wir die Bürger haben den Politikern nicht deutlich genug gezeigt, dass es Grenzen gibt. Anders lässt es sich nicht erklären, dass auf Demonstrationen gegen immer schärfere Gesetze zu unserer Überwachung keine “Sau” mehr hingeht.

Wir die Internet-Schreiber!
Anstatt sich zu solidarisieren, haben sich manche teilweise lieber gegeneinander gestellt, als miteinander zu versuchen, etwas zu bewegen.
Sätze wie “Im Übrigen mag ich es überhaupt nicht, wenn eine kleine Arbeitsgruppe im Namen aller spricht.” sind mehr als bezeichnend.

Wir alle tragen selber die Schuld an dem neuen Gesetz.
Jetzt werden wir auch damit leben müssen.

T-Home Wartearbeiten

Dienstag, 09. Juni 2009

Wer sich für VDSL Interessiert, kann den Ausbaustatus anhand einer Landkarte prüfen.
Dazu gereichen Straße, Hausnummer und Ortschaft. Gerade für NICHT-Telekom-Kunden eine praktische Angelegenheit, da mangels Telekom-Telefonnummer die Verfügbarkeitsprüfung über eine Telefonnummer gerne fehlschlägt und daher immer die Rufnummer der armen Nachbarn herhalten muss.
Der Umstand, dass VDSL demnächst (ab dem 15. Juni) auch OHNE Zwangsehe mit einem Entertainmentpaket zu haben sein soll, macht einen Umstieg noch verlockender.

Doch was tun, wenn VDSL am Wohnsitz nicht verfügbar ist? Dafür bietet der Dienst die Möglichkeit an, sich in eine Interessentenliste einzutragen.

vdslinteressentenliste

Eine feine Sache – zumindest theoretisch.
Denn seit Tagen erhalte ich die Meldung “Wegen Wartungsarbeiten ist diese Anwendung leider vorübergehend nicht verfügbar”.

thomewartungsarbeiten

So werden aus “Wartungsarbeiten” letztendlich “Wartearbeiten”. Doch aus einem NICHT-Kunden wird so wohl kaum ein Kunde.