Anrufer von T-Mobile Kunden zahlen bei Nicht-Erreichen

Die Idee ist nicht neu. Vodafone hatte sie schon 2003 (teltarif.de berichtete). Ruft man einen Vodafone-Teilnehmer an und ist dieser nicht erreichbar und dessen Mailbox ist ausgeschaltet, so erhält man die Ansage „Der Vodafone Teilnehmer ist zur Zeit nicht erreichbar, wird aber per SMS über Ihren Anruf informiert. Vielen Dank für Ihren Anruf.“.
Was die wenigsten wissen dürften: Der Anrufer zahlte für die SMS.

Bis zu 79 Cent pro Nicht-Erreichen
O2 machte es Vodafone nach und stellte seine Kunden 2005 automatisch auf den kostenpflichtigen Dienst um. T-Mobile startete den Dienst im gleichen Jahr.
Wie Ralph Babel auf seiner Homepage babel.de berichtet, war dieser Dienst bei T-Mobile ursprünglich sowohl für Anrufer als auch für Angerufene kostenlos. Ralph Babel schreibt dazu:
„T-Mobile hat im April 2006 großflächig damit begonnen, ihre Kunden ungefragt von dem — für Anrufer und Angerufenen — kostenlosen Dienst »Entgangene Anrufe per SMS« auf die für den Anrufer kostenpflichtigen Dienste »Rückrufbitte per SMS« und »Anruferinnerung per SMS« umzustellen.“
Nach einem Bericht von Plusminus aus der letzten Woche, warb das Unternehmen noch damit, dass dieser Dienst für T-Mobile Kunden kostenlos sei. Ja, für die schon. Aber nicht für die Anrufer. Je nach der Art des Anschlusses, von dem aus der Anruf getätigt wird, werden dem Anrufer laut teltarif.de bis zu 79 Cent berechnet.

Alleine E-Plus hat bisher auf diesen „Service“ verzichtet.

Ein erstes Gerichtsurteil liegt vor
Wie das Amtsgericht Ulm (Az. 6 C 3000/04) nun entschied, sind Anrufe auf Handys kostenlos, wenn keine Verbindung mit dem Angerufenen zustande kam. Damit dürften die Dienste von Vodafone, O2 und T-Mobile unzulässig sein.

Zahlen oder nicht zahlen?
Da kein Vertragsverhältnis vom Anrufer zu den Mobilfunktbetreibern besteht, müssen nach Meinung der Verbraucherzentrale diese Rechnungspositionen nicht bezahlt werden.
Wer nicht zahlt darf bisher wohl auf eine kulante Lösung von Seitens des Mobilfunkbetreibers hoffen – nur um dann im nächsten Monat wieder entsprechende Rechnungspositionen auf der Telefonrechnung zu entdecken, wenn man den „Service“ erneut ungewollt in Anspruch genommen hat.

Man kann diese Dienste auch abschalten!
Handynutzer der Mobilfunkanbieter Vodafone, O2 und T-Mobile können diese Dienste auch ausschalten lassen. Ein Anruf bei der jeweiligen Kundenbetreuung sollte genügen.

Meinung: Alles Kalkül?
Aufgrund der geringen Summen dürften die Kosten für diesen „Service“ jedoch bisher kaum jemandem aufgefallen sein. Oder man möchte sich die Mühe nicht machen, mehrere Euro mit den Hotlines der betreffenden Mobilfunkanbieter zu vertelefonieren, nur um einen Cent-Betrag nicht zahlen zu müssen.
So unlogisch es klingt, so scheinen auch die Meinungen der Verbraucherzentralen und der Bundesnetzagentur auseinander zu gehen, wann eine Telefonverbindung zustande gekommen ist und wann nicht. Dies schafft zusätzliche Verwirrung und so Luft für die Mobilfunkunternehmen, die in der Zwischenzeit weiter diesen „Service“ anbieten und abrechnen.
Auch scheint das Abschalten des „Service“ keine wirkliche Lösung zu sein. Wie teltarif.de berichtet, soll sich der „Service“ bei einigen Mobilfunkkunden, nachdem sie ihn haben abschalten lassen, später wie von Geisterhand wieder eingeschaltet haben. Erst massive Beschwerden brachten einen dauerhaften Erfolg.

Quellen:
teltarif.de
– Artikel: „Vodafone: Abwesenheitsansage kostenpflichtig für den Anrufer“ vom 16.10.2003

– Artikel: „Anrufinfo per SMS: Anrufer sollen nicht zahlen“ vom 28.04.2005

– Artikel: „Erstes Urteil: Vergebliche Anrufe dürfen nichts kosten“ vom 26.06.2006

Plusminus: Beitrag „Telefonärger – Schon der Versuch kostet“ vom 5.09.2006

Ralph Babel: „Wessen Handy? Wie Telefonkunden sich entmündigen lassen“

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15 Antworten zu Anrufer von T-Mobile Kunden zahlen bei Nicht-Erreichen

  1. diana sagt:

    Schon bsichen schwachsinnig das man für diese sms geld bezahlen muss die 79 cent für jedes mal rechnene sich anch einer bestimmten zeit schon .. also das merkt man!!!!
    ist das den jetzt auch shcon so bei t-mobile oder bis jetzt eingeschränkt nur bei vodafone ???

  2. Silke sagt:

    Schon für die Ansage „der angerufene Teilnehmer meldet sich nicht“ wird eine Einheit berechnet. Unabhängig davon, ob ich eine „Rückrufbitte per sms“ wünsche oder nicht: die begonnene Minute wird – bei mir mit 15 cent – jeweils abgerechnet. Kürzlich erhielt ich eine solche Ansagen auch, als die Leitung zum „Teilnehmer“ besetzt war.

    Für mich ist das eine riesen Abzocke oder anders ausgedrückt – Betrug. Wenn ich jemanden nicht erreichen kann, möchte ich selbstverständlich für die nicht zustande gekommene Verbindung auch nicht zahlen!

    Ich habe dem „Teilnehmer“ schon angedroht, ihn künftig nicht mehr anzurufen…

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