{"id":1066,"date":"2008-11-10T13:22:41","date_gmt":"2008-11-10T12:22:41","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ichblogdich.de\/?p=1066"},"modified":"2008-11-10T16:32:39","modified_gmt":"2008-11-10T15:32:39","slug":"ssd-festplatten-mar-und-realitat","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ichblogdich.de\/?p=1066","title":{"rendered":"SSD-Festplatten: M\u00e4r und Realit\u00e4t"},"content":{"rendered":"<p><strong>Die Werbeversprechen<\/strong><br \/>\nSSD-Festplatten versprechen wahre Wunder: L\u00e4ngere Laufzeiten in Netbooks und Notebooks durch Stromersparnis, Geschwindigkeitsanstieg und bessere Haltbarkeit, da dank fehlender mechanischer Bauteile weniger anf\u00e4llig f\u00fcr externe Einwirkungen.<\/p>\n<p>Hersteller wie ASUS und Dell verbauen die SSD-Platten dann in komplette Produktpaletten, teilweise ohne f\u00fcr den Kunden noch w\u00e4hlbare Alternative: Eine normale 2,5 Zoll Festplatte.<\/p>\n<p>Das Ganze hat seinen Preis. Je nach Technik, Kapazit\u00e4t und Hersteller kosten solche SSD-Festplatten locker bis zum 20-fachen einer normalen 2,5 Zoll SATA Festplatte.<\/p>\n<p>Doch lohnt es sich wirklich, derzeit auf SSD umzusteigen?<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<strong>Die Fakten<\/strong><br \/>\nDie c&#8217;t hat in ihrem Heft 21\/2008 die aktuelle SSD-Technik genauer unter die Lupe genommen und ist zu einem recht ern\u00fcchternden Ergebnis gekommen.<br \/>\nNur eine SSD von Intel konnte dabei \u00fcberzeugen: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Diese Flash-Disks [Anmerkung: die Intel X-25M (SSDSA2MH080G1GN)] sind die bislang ersten, denen wir eine rechnerbeschleunigende Wirkung bescheinigen k\u00f6nnen und die das oft geh\u00f6rte Energieversprechen endlich einl\u00f6sen.&#8220;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Diese Leistung hat auch ihren Preis: 590 US-Dollar je 1000 St\u00fcck. Verkauf bisher nur an OEM Kunden.<\/p>\n<p>Die restlichen getesteten SSD blieben in Sachen Performance und\/oder Energieverbrauch hinter den oft geh\u00f6rten Werbeversprechungen zur\u00fcck. Normale 2,5 Zoll Platten verbrauchen danach derzeit nur einen Tick mehr an Energie. Zum Vergleich: Der Stromverbrauch einer 2,5 Zoll SATA Festplatte d\u00fcrfte derzeit zwischen 2,5 und 3 Watt liegen. Der Stromverbrauch einer SSD-Festplatte bei 1,5-2,0 Watt. Nehmen wir einmal an, der Energieverbrauch eines Notebook oder Netbook l\u00e4ge bei 20 Watt. So liegt der Anteil einer normalen Festplatte etwas bei 12 Prozent, der einer SSD bei etwa 9 Prozent. Die 3 Prozent mehr Energie w\u00fcrden eine 4 st\u00fcndige Laufzeit eines Notebook um ganze 7 Minuten verl\u00e4ngern.<br \/>\nWenn man bedenkt, dass der Anteil des Energieverbrauchs einer Festplatte bei einem Notebook vielleicht gerade mal 10 Prozent ausmacht, kann sich selber ausrechnen, dass hier keine eklatanten Laufzeitverbesserungen durch stromsparendere Festplatten erreicht werden k\u00f6nnen.<br \/>\nHinzu kommt, dass die Hersteller der klassischen Festplatten auch nicht schlafen und neuerdings auf stromsparende Modelle setzen.<\/p>\n<p>In Sachen Performance schafften die restlichen SSD teils nur 1\/3 der Transferraten, die die konventionellen Festplatten an den Tag legten. Beim BAPCo Sysmark 2007 macht sich das zwar nicht ganz so stark bemerkbar. Doch auch da lagen die SSD mit bis \u00fcber 50 Punkte (193 zu 138) weiter hinter den konventionellen Festplatten zur\u00fcck. <\/p>\n<p>Die SSD-Technik scheint bei manchen Herstellern auch noch nicht ganz ausgereift zu sein. So hei\u00dft es zu Platten zweier Hersteller: <\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Durch lange Pausen, die die SSDs [&#8230;] zwischen einzelnen Zugriffen einlegen, k\u00f6nnen sich Anwendungen verschlucken oder die Installation von Programmen oder des Betriebssystems auch gleich scheitern.&#8220;\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Doch was ist mit der Haltbarkeit der SSD-Karten? DAS m\u00fcsste doch dann das Totschlagargument sein.<br \/>\nJAIN. Zwar sind die SSD-Festplatten mangels mechanischer Teile weniger Anf\u00e4llig f\u00fcr St\u00f6\u00dfe und entwickeln auch keine W\u00e4rme, die den mechanischen Pendants oft zu schaffen machen. Doch k\u00f6nnen die in den Platten verbauten Zellen des Flashspeichers gerade mal 10.000 mal beschrieben und wieder gel\u00f6scht werden. Zum Vergleich: Klassische Festplatten vertragen ungef\u00e4hr das zehnfache an Schreibzyklen. Und sollte das Notebook doch mal herunterfallen, erkennen Festplatten neuer Generation dies anhand eines eingebauten Beschleunigungssensors und bringen den Schreib-Lesekopf noch vor dem Aufprall in eine sichere Parkposition.<br \/>\nDer vielleicht noch geringe Sicherheitsvorteil der SSD-Festplatten wird derzeit zus\u00e4tzlich dadurch zunichte gemacht, dass Mangels Plattenkapazit\u00e4t Sicherheitsfunktionen wie die Systemwiederherstellung unter XP vom User abgeschaltet werden um Speicherkapazit\u00e4t zu sparen. <\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\nWas die Werbung verspricht, halten die meisten SSD derzeit wohl noch nicht:<br \/>\nWeder gewinnt der Rechner mit einer SSD an Performance noch l\u00e4sst sich wirklich effektiv so viel Energie einsparen, dass es sich eklatant auf die Laufzeit bei Notebooks auswirken w\u00fcrde.<br \/>\nDas nicht genug, sind manche SSD so unausgereift, dass sie das System zum Absturz bringen k\u00f6nnen oder zumindest dem User &#8222;Pausen&#8220; beschert, die er mit einer normalen Festplatte nicht h\u00e4tte.<br \/>\nUm von einer h\u00f6heren Datensicherheit sprechen zu k\u00f6nnen, sind die SSD noch zu kurz auf dem Markt. Es fehlen die Langzeiterfahrungen. Zu geringe Kapazit\u00e4ten k\u00f6nnen indirekt bewirken, dass der User Sicherheitsfeature des Betriebssystems deaktiviert, um Plattenkapazit\u00e4t zu sparen.<\/p>\n<p>Nur die neuere SSD von Intel kann derzeit etwas \u00fcberzeugen. Doch der Preis\/Leistungs Unterschied ist derma\u00dfen gro\u00df, dass man sich von dem Geld, das so eine SSD Festplatte derzeit mehr kostet als eine klassische, sich mit 5 oder 10 mal so vielen normale Festplatten eindecken k\u00f6nnte. So oft geht keine klassische Festplatte im Laufe eines Notebook Lebens kaputt, dass sich die hohen Ausgaben derzeit wirklich lohnen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Dann sich doch lieber f\u00fcr eine normale Festplatte entscheiden und mit dem gesparten Geld kann man sich f\u00fcr die regelm\u00e4\u00dfige Datensicherung eine externe Platte und im Falle des Plattenausfalls eine neue Festplatte besorgen. Und f\u00fcr diejenigen, die sich eine l\u00e4ngere Laufzeit ihrer Ger\u00e4te w\u00fcnschen, ist von dem gesparten Geld noch ein zus\u00e4tzlicher oder gar gr\u00f6\u00dferer Akku drin.<\/p>\n<p><strong>Der bisher einzige klare Vorteil<\/strong><br \/>\nDer einzige Vorteil scheint mir bisher nur die extreme Belastbarkeit was die Erdbeschleunigung (G) angeht, zu  sein: Die SSD halten den Herstellerangaben nach 15.000 G aus. Normale Festplatten geben schon bei rund 250 G den L\u00f6ffel ab. Wer also vor hat, in naher Zukunft eine Sonde auf nahezu Lichtgeschwindigkeit zu beschleunigen und Richtung Milchstra\u00dfenzentrum zu schicken, kommt um eine SSD Festplatte nicht herum. \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Werbeversprechen SSD-Festplatten versprechen wahre Wunder: L\u00e4ngere Laufzeiten in Netbooks und Notebooks durch Stromersparnis, Geschwindigkeitsanstieg und bessere Haltbarkeit, da dank fehlender mechanischer Bauteile weniger anf\u00e4llig f\u00fcr externe Einwirkungen. 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