{"id":151,"date":"2006-06-07T23:41:34","date_gmt":"2006-06-07T21:41:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ichblogdich.de\/?p=151"},"modified":"2008-01-17T21:29:23","modified_gmt":"2008-01-17T20:29:23","slug":"interview-mit-der-deutschen-krebshilfe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ichblogdich.de\/?p=151","title":{"rendered":"Interview mit der Deutschen Krebshilfe"},"content":{"rendered":"<p>Vor einigen Wochen\u00a0kritisierten wir hier in einem\u00a0Beitrag <a href=\"https:\/\/www.ichblogdich.de\/?p=142\" target=\"_blank\">&#8222;Tschernobyl &#8211; erst kam die Strahlung, dann kamen die Gaffer&#8220;<\/a> den Katastrophentourismus in die Sperrzone rund um Tschernobyl.<\/p>\n<p>Eine unserer Leserinnen, die selber als Touristin in das Ungl\u00fccksgebiet gereist war, hat in einem Kommentar zu unserem Beitrag folgende Aussage getroffen:<\/p>\n<p><em>&#8222;h\u00e4tte man sich sachkundig gemacht, w\u00fc\u00dfte man, das das geld, das eine reise nach tschernobyl kostet, gerade eben jenen angesprochenen einrichtungen<\/em> [die Deutsche Krebshilfe oder \u00e4hnliche Einrichtungen, Anm. von IchBlogDich] <em>zu gute kommt.&#8220;<\/em><\/p>\n<p>Wir wollten das genauer wissen und haben die Deutsche Krebshilfe um ein Interview gebeten. Frau Dr. Eva Kalbheim, Pressesprecherin der Deutschen Krebshilfe war so freundlich, unsere Fragen zu beantworten.<\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong> <em>Sehr geehrte Frau Dr. Kalbheim. Welche Aufgaben bestreiten Sie bei der Deutschen Krebshilfe?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr.\u00a0Eva Kalbheim:<\/strong> <em>Seit Juni 2000 bin ich Pressesprecherin und Bereichsleiterin\u00a0\u00d6ffentlichkeitsarbeit der Deutschen Krebshilfe in Bonn.<\/em><br \/>\n<!--more--><br \/>\n<strong>IchBlogDich:<\/strong> <em>Im Rahmen eines fr\u00fcheren Beitrags, in dem wir den Katastrophentourismus in das Ungl\u00fccksgebiet um Tschernobyl kritisiert haben, kam von einer unserer Leserinnen, die selbst als Touristin Tschernobyl besucht hat, die Aussage auf, dass das Geld f\u00fcr diese Ausfl\u00fcge in das Sperrgebiet nach Tschernobyl u.a. der Deutschen Krebshilfe zugute k\u00e4me. Gibt es offizielle Kooperationen zwischen den Reiseveranstaltern bzw. der Beh\u00f6rden die diese Reisen genehmigen und\/oder organisieren und der Deutschen Krebshilfe?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr.\u00a0Eva Kalbheim:<\/strong> <em>Solche Kooperationen sind uns nicht bekannt.<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong> <em>Wie sehen Sie die Reisen in das Katastrophengebiet nach Tschernobyl? Tr\u00e4gt diese Art des Tourismus in Ihren Augen dazu bei, den Opfern der Tschernobyl Katastrophe zu helfen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr.\u00a0Eva Kalbheim:<\/strong> <em>Ich bin hier etwas skeptisch, denn der Verdacht liegt nahe, dass mit dem Elend der Betroffenen voyeuristisch umgegangen wird. Wenn jedoch tats\u00e4chlich Hilfsaktionen f\u00fcr die Opfer in der ehemaligen Sowjetunion initiiert werden, ist dies sicherlich eine gute Sache.<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong> <em>Hat die Katastrophe von Tschernobyl die Arbeit der Deutschen Krebshilfe ver\u00e4ndert? Wenn ja, inwiefern<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr.\u00a0Eva Kalbheim:<\/strong> <em>Die Deutsche Krebshilfe hat Forschungsprojekte unterst\u00fctzt, die sich mit der Frage auseinandersetzten, ob die radioaktive Belastung durch den Fallout zu erh\u00f6hten Krebsraten gef\u00fchrt hat. Es konnte nachgewiesen werden, dass insbesondere die Rate von Schilddr\u00fcsenkrebs deutlich angestiegen ist. Zum Teil sind russische krebskranke Kinder auch mit Unterst\u00fctzung der Deutschen Krebshilfe in deutschen Krankenh\u00e4usern im Rahmen klinischer Studien behandelt worden.<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong> <em>Recherchen nach wurde \u00d6sterreich besonders hart vom Fallout getroffen. Es sollen bisher bis zu 1700 Menschen an den Folgen des Fallouts gestorben sein. Gibt es \u00e4hnliche offizielle Zahlen f\u00fcr die Bundesrepublik Deutschland?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr.\u00a0Eva Kalbheim:<\/strong> <em>Da wir in Deutschland noch keine fl\u00e4chendeckende Krebsregistrierung haben, sind solche Aussagen schwierig zu treffen. N\u00e4here Ausk\u00fcnfte erteilen das Robert Koch Institut (<a href=\"http:\/\/www.rki.de\" target=\"_blank\">http:\/\/www.rki.de<\/a>) und die Gesellschaft epidemiologischer Krebsregister in Deutschland (<a href=\"http:\/\/www.gekid.de\" target=\"_blank\">http:\/\/www.gekid.de<\/a>).<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong> <em>Wie hilft die Deutsche Krebshilfe den Opfern der Tschernobyl Katastrophe?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr.\u00a0Eva Kalbheim:<\/strong> <em>Die Deutsche Krebshilfe unterst\u00fctzt Forschungsprojekte, die einerseits dazu dienen, die Entstehung von Krebs aufzukl\u00e4ren, und andererseits mit dazu beitragen, die Behandlung von Krebs zu verbessern. Dies kommt im letzten auch denjenigen Menschen zugute, die aufgrund von Katastrophen ein erh\u00f6htes Krebsrisiko haben oder von Krebs betroffen sind. Wer durch eine Krebserkrankung in finanzielle Not geraten ist, kann beim H\u00e4rtefonds der Deutschen Krebshilfe eine (einmalige) finanzielle Unterst\u00fctzung beantragen. Ratsuchenden steht der Informations- und Beratungsdienst der Deutschen Krebshilfe schriftlich oder telefonisch zur Verf\u00fcgung. <\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong> <em>Welche aktuellen Projekte hat die Deutsche Krebshilfe zurzeit laufen, die besondere Unterst\u00fctzung bed\u00fcrfen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr.\u00a0Eva Kalbheim:<\/strong> <em>Die Deutsche Krebshilfe setzt sich daf\u00fcr ein, dass die Krebsbehandlung in Deutschland fl\u00e4chendeckend standardisiert wird. Dazu dient eine Ausschreibung f\u00fcr die F\u00f6rderung von bis zu f\u00fcnf onkologischen Spitzenzentren, in denen Forschung und Klinik vernetzt werden und die Patienten interdisziplin\u00e4r nach neusten Erkenntnissen behandelt werden. N\u00e4here Infos dazu:<br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.krebshilfe.de\/neu\/presse\/pm-detail.php?Nr=844\" target=\"_blank\" \/><a href=\"http:\/\/www.krebshilfe.de\/neu\/presse\/pm-detail.php?Nr=844\" target=\"_blank\">http:\/\/www.krebshilfe.de\/neu\/presse\/pm-detail.php?Nr=844<\/a><\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong> <em>Wie kann man als Normalb\u00fcrger die Arbeit der Deutschen Krebshilfe unterst\u00fctzen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr.\u00a0Eva Kalbheim:<\/strong> <em>Die Deutsche Krebshilfe finanziert all ihre Aktivit\u00e4ten, die unter dem Motto &#8222;Helfen. Forschen. Informieren.&#8220; stehen, durch freiwillige Zuwendungen aus der Bev\u00f6lkerung. \u00d6ffentliche Mittel stehen ihr nicht zur Verf\u00fcgung. Daher ist sie auf Spenden angewiesen, aber auch auf Erbschaften, Verm\u00e4chtnisse, Kondolenzspenden, Aktionserl\u00f6se und Jubil\u00e4umsspenden. Eine kontinuierliche Unterst\u00fctzung erf\u00e4hrt die Deutsche Krebshilfe auch durch die F\u00f6rderer des Mildred Scheel Kreises (Jahresbeitrag mindestens 50 Euro, n\u00e4here Infos: <a href=\"http:\/\/www.krebshilfe.de\/neu\/msk\/tochterins_msk.html\" target=\"_blank\">http:\/\/www.krebshilfe.de\/neu\/msk\/tochterins_msk.html<\/a> ).<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong> <em>Wir danken Ihnen, dass Sie sich\u00a0Zeit f\u00fcr unsere Fragen genommen haben.<\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor einigen Wochen\u00a0kritisierten wir hier in einem\u00a0Beitrag &#8222;Tschernobyl &#8211; erst kam die Strahlung, dann kamen die Gaffer&#8220; den Katastrophentourismus in die Sperrzone rund um Tschernobyl. 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