{"id":296,"date":"2006-09-27T13:35:02","date_gmt":"2006-09-27T11:35:02","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ichblogdich.de\/?p=296"},"modified":"2006-09-27T13:36:18","modified_gmt":"2006-09-27T11:36:18","slug":"kase-de-luxe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ichblogdich.de\/?p=296","title":{"rendered":"K\u00e4se De Luxe"},"content":{"rendered":"<p>Bisher war K\u00e4se f\u00fcr mich einfach nur K\u00e4se. Ein aus dick gelegter Milch gewonnenes festes Milchprodukt. Die Variationen von K\u00e4se bestanden f\u00fcr mich aus weichen oder harten und aus jungen oder alten K\u00e4se. Das war es auch schon. Das war meine K\u00e4se-Weltanschauung bis letzten Freitag. An diesem Tag sollte sich so einiges \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Angefangen hat es mit einer unbedachten \u00c4u\u00dferung meinerseits zu Marco. Also der Marco der ist ein ganz Netter. Er hat einen K\u00e4seeinzelhandel in Bremen und diesen betreibt er mit einer selten erlebten Leidenschaft. Es vergeht kaum ein Tag, an dem er nicht von dem Produkt K\u00e4se schw\u00e4rmt. Nun, ich konnte bisher nichts mit dieser Schw\u00e4rmerei anfangen und h\u00f6rte mir das halt immer geduldig an. Nun, bis eben zu meiner unbedachten \u00c4u\u00dferung &#8222;Dann schick mir halt mal was zu&#8220;.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nJa, und das tat er dann auch. Was Marco unter &#8222;etwas&#8220; versteht wurde mit erst klar, als ich ein P\u00e4ckchen mit 23 Sorten K\u00e4se erhielt die insgesamt 6,65 Kilogramm auf die Waage brachten.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.ichblogdich.de\/pvtblogdata\/img\/2006\/09\/kpaketb.jpg\" \/><\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.ichblogdich.de\/pvtblogdata\/img\/2006\/09\/kgewichtb.jpg\" \/><\/p>\n<p>Ich sah mich schon neuen Klamotten kaufen &#8211; denn die w\u00fcrde ich nach dem Verzehr von so viel K\u00e4se sicherlich brauchen. Da kam mit der rettende Einfall. Ich lud in der Firma meine sehr gesch\u00e4tzten Kolleginnen und Kollegen zu einer K\u00e4severkostung ein.<\/p>\n<p>Zwei Kolleginnen steuerten Baguette und Trauben bei und halfen mir, alles aufzubauen. Eine kurze Email an die Kolleginnen und Kollegen und es konnte losgehen.<\/p>\n<p>Mit Hilfe einer von Marco erstellten Liste bekamen die K\u00e4sesorten einen Namen und eine kurze Beschreibung.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" alt=\"K\u00e4se 01 bis 03\" title=\"K\u00e4se 01 bis 03\" src=\"https:\/\/www.ichblogdich.de\/pvtblogdata\/img\/2006\/09\/k01b03b.JPG\" \/><br \/>\n(v.l.n.r.: Brebis aux herbe Corses, Roquefort premium, Staazer)<\/p>\n<p>1. Brebis aux herbe Corses<br \/>\nSchafsrohmilchk\u00e4se mit Edelschimmel und Korsischen Kr\u00e4utern. Die Rinde muss mitgegessen werden, sonst verpasst man das Highlight dieses Geheimtipps.<\/p>\n<p>2. Roquefort premium<br \/>\nDieser K\u00e4se wird ausschlie\u00dflich aus Schafsrohmilch hergestellt. Der einfache Roquefort reift 4 Monate, davon ein Monat in den ber\u00fchmten H\u00f6hlen von Roquefort. Dieser Roquefort reift volle 10 Monate in den H\u00f6hlen von Roquefort. Diese Kalkh\u00f6hlen haben einen leichten Luftzug. Die Luft wird durch den Kalksandstein gefiltert und gek\u00fchlt bzw. erw\u00e4rmt. Dadurch hat die Luft eine ganzj\u00e4hrige Temperatur von ca. 9 Grad. Ideal f\u00fcr K\u00e4se. Bei dem Edelpilz handelt es sich um das ber\u00fchmte \u201ePenicillium roqueforti\u201c. Der Pilz ist viel st\u00e4rker ausgepr\u00e4gt, dies liegt an der langen Reifezeit.<\/p>\n<p>3. Staazer<br \/>\nRohmilchbergk\u00e4se vom Staazer See in den S\u00fcdalpen. Dieser K\u00e4se ist erst 8 Wochen gereift, daher noch sehr weich und milchig im Geschmack.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"K\u00e4se 04 bis 06\" alt=\"K\u00e4se 04 bis 06\" src=\"https:\/\/www.ichblogdich.de\/pvtblogdata\/img\/2006\/09\/k04b06b.JPG\" \/><br \/>\n(v.l.n.r.: Brie de Meaux, Fleuron de Bruges, Langres)<\/p>\n<p>4. Brie de Meaux mit Brillat Savarin Frischk\u00e4se und schwarzem Tr\u00fcffel<br \/>\nRohmilchbrie aus der Kleinstadt Meaux nahe Paris in der \u201eIle de France\u201c.<\/p>\n<p>5. Fleuron de Bruges \u2013 Die Blume von Br\u00fcgge.<br \/>\nMilder und sehr cremiger Weichk\u00e4se aus Belgien.<\/p>\n<p>6. Langres<br \/>\nvollmundiger und kr\u00e4ftiger Rohmilchweichk\u00e4se aus Frankreich. Ein echter \u201eStinker\u201c<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"K\u00e4se 07 bis 09\" alt=\"K\u00e4se 07 bis 09\" src=\"https:\/\/www.ichblogdich.de\/pvtblogdata\/img\/2006\/09\/k07b09b.JPG\" \/><br \/>\n(v.l.n.r.: Le Maroilles, Le Beaufort, Parmigiano Reggiano)<\/p>\n<p>7. Le Maroilles<br \/>\nwie Nr.6, nur mit Rotkulturen. Rinde essbar<\/p>\n<p>8. Le Beaufort<br \/>\nFranz\u00f6sischer Rohmlichbergk\u00e4se, 2 Jahre gereift in den franz\u00f6sischen Alpen. (Savoyen) Hauchd\u00fcnne Scheiben schneiden und geniessen.<\/p>\n<p>9. Parmigiano Reggiano<br \/>\nDer beste Parmesan aus Italien.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"K\u00e4se 10 bis 14\" alt=\"K\u00e4se 10 bis 14\" src=\"https:\/\/www.ichblogdich.de\/pvtblogdata\/img\/2006\/09\/k10b14b.JPG\" \/><br \/>\n(v.l.n.r.: Rocamadur, Eifelmilde, Perail de Brebis, Gjetost, Gouda)<\/p>\n<p>10. Rocamadur<br \/>\nWeichk\u00e4se aus Ziegenrohmilch. Cremig und kr\u00e4ftig. Schmeckt sehr gut mit Honig<\/p>\n<p>11. Eifelmilde Rotgeschmiert<br \/>\nVom Feinschmecker als bester Ziegenhof Deutschlands ausgezeichnet. Der Vulkanhof in der Vulkaneifel. So lecker kann Ziegenk\u00e4se sein.<\/p>\n<p>12. Perail de Brebis<br \/>\nFranz\u00f6sischer Schafsrohmilchk\u00e4se mit Edelschimmel.<\/p>\n<p>13. Gjetost<br \/>\nKaramelisierter Ziegenk\u00e4se mit Kuhsahne verfeinert. Wird in Norwegen zum Kaffee gereicht.<\/p>\n<p>14. Gouda 10 Jahre gereift<br \/>\nViel Spa\u00df beim schneiden<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"K\u00e4se 15 bis 17\" alt=\"K\u00e4se 15 bis 17\" src=\"https:\/\/www.ichblogdich.de\/pvtblogdata\/img\/2006\/09\/k15b17b.JPG\" \/><br \/>\n(v.l.n.r.: Gourgandinette de montagne aux herbes, Tilsiter Nr.8, Cheddar mit Salbei)<\/p>\n<p>15. Gourgandinette de montagne aux herbes<br \/>\nSo wundersch\u00f6n wie der Name klingt, schmeckt auch dieser junge Weichk\u00e4se mit Pfeffer der Provence und blauwei\u00dfem Edelschimmel.<\/p>\n<p>16. Tilsiter Nr.8<br \/>\nDiese Stinkbombe wird immer  wieder gerne gegen l\u00e4stige Nachbarn oder bei Platzmangel in der Bahn eingesetzt. Dieser K\u00e4se reift in der ber\u00fchmten Wanne Nummer 8 der Firma Ascheberg in Schleswig-Holstein.<\/p>\n<p>17. Cheddar mit Salbei<br \/>\nTypisch englisch, mehr f\u00fcrs Auge als f\u00fcr den Gaumen.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"K\u00e4se 18 bis 20\" alt=\"K\u00e4se 18 bis 20\" src=\"https:\/\/www.ichblogdich.de\/pvtblogdata\/img\/2006\/09\/k18b20b.JPG\" \/><br \/>\n(v.l.n.r.: Gouda Toskana, Bauerngouda aus Nordholland, Deutscher H\u00f6hlenk\u00e4se)<\/p>\n<p>18. Gouda Toskana<br \/>\nSchmeckt wie Urlaub<\/p>\n<p>19. Bauerngouda aus Nordholland<br \/>\n18 Monate im Stall gereift. Auf dem Hof aus naturbelassener Rohmilch gek\u00e4st.<\/p>\n<p>20. Deutscher H\u00f6hlenk\u00e4se<br \/>\nIn den Tiefen der ber\u00fchmten Atta-H\u00f6hle in Attendorn (Sauerland) reift dieser v\u00f6llig naturbelassene Bauernk\u00e4se aus Rohmilch. Durch die H\u00f6hlenreifung in dieser einmaligen Tropfsteinh\u00f6hle bekommt der K\u00e4se eine leichte Sch\u00e4rfe im Abgang.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" title=\"K\u00e4se 21 bis 23\" alt=\"K\u00e4se 21 bis 23\" src=\"https:\/\/www.ichblogdich.de\/pvtblogdata\/img\/2006\/09\/k21b23b.JPG\" \/><br \/>\n(v.l.n.r.: 2j\u00e4hriger Bergk\u00e4se, Bergblumenk\u00e4se, Queso Castellano)<\/p>\n<p>21. 2j\u00e4hriger Bergk\u00e4se<br \/>\nDieser alte Bergk\u00e4se reift 2 Jahre auf \u201eSepp\u00b4s K\u00e4sealm\u201c in Vorahlberg. Das Salz ist kristallin und kitzelt auf der Zunge.<\/p>\n<p>22. Bergblumenk\u00e4se<br \/>\nSchweizer Alpenrohmilchk\u00e4se mit einer essbaren Kr\u00e4uterrinde aus Alpenkr\u00e4utern.<\/p>\n<p>23. Queso Castellano<br \/>\nSpanischer K\u00e4se aus Ziegen-, Schafs- und Kuhmilch.<\/p>\n<p><strong>Fazit:<\/strong><br \/>\nK\u00e4se ist mehr als nur K\u00e4se. Die Geschmacksvielfalt war \u00fcberraschend und beeindruckend. Und dabei waren das nur 23 von fast 400 Sorten, die Marco im Sortiment hat. <\/p>\n<p>Einige Sorten liebt man oder hasst man. Darunter fallen der sehr aromatische Roquefort, der verhalten s\u00fc\u00dflich nach Karamell schmeckende Gjetost, der (typisch Engl\u00e4nder) gr\u00fcne Cheddar mit Salbei und der sehr stark riechende Tilsiter Nr. 8. Diese K\u00e4sesorten polarisieren die Geschm\u00e4cker.<\/p>\n<p>Es gab aber auch K\u00e4sesorten, die fast jedem gleich gut schmeckten. Darunter z\u00e4hlen sicherlich der Gouda Toskana und der Gourgandinette de montagne aux herbes.<\/p>\n<p>Auch einige &#8222;Gegens\u00e4tze&#8220; waren zu finden. So war der recht fl\u00fcssige Rocamadur nicht schnell genug auf das Baguette zu bekommen wogegen der 10 Jahre alte Gouda nur mit brachialer Gewalt zu b\u00e4ndigen war.<\/p>\n<p>Es war kein K\u00e4se darunter, der keinem geschmeckt hat. Dies zeigte sich auch dadurch, dass am Ende nichts mehr \u00fcbrig blieb. Was nicht gleich verzehrt wurde, nahm man sich noch mit nach hause, damit die Familie auch was zu probieren hatte.<\/p>\n<p><strong>P.S.:<\/strong><br \/>\nWer was zu verkosten hat, der kann sich gerne bei uns melden.<br \/>\nVon Metzger bis Konditor. Wir verkosten gerne. \ud83d\ude09<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bisher war K\u00e4se f\u00fcr mich einfach nur K\u00e4se. Ein aus dick gelegter Milch gewonnenes festes Milchprodukt. Die Variationen von K\u00e4se bestanden f\u00fcr mich aus weichen oder harten und aus jungen oder alten K\u00e4se. Das war es auch schon. 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