{"id":487,"date":"2007-11-13T13:08:26","date_gmt":"2007-11-13T12:08:26","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ichblogdich.de\/?p=487"},"modified":"2007-11-13T13:34:51","modified_gmt":"2007-11-13T12:34:51","slug":"digitale-wasserzeichen-in-audiofiles","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ichblogdich.de\/?p=487","title":{"rendered":"Digitale Wasserzeichen in Audiofiles"},"content":{"rendered":"<p><a target=\"_blank\" href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Digitale_Rechteverwaltung\">DRM<\/a> ist eine Seuche &#8211; keine Frage. Weder Kunden noch Musiklabels haben wirklich etwas von dieser Art des Kopierschutzes au\u00dfer \u00c4rger und Kosten. Die einzigen, die von DRM einen Nutzen ziehen d\u00fcrften, werden wohl die Hersteller von DRM-Systemen und die Leute sein, die diesen angeblichen Schutz wieder knacken. Das alte Hase-Igel Spiel.<br \/>\nDie Labels und daher auch die Kunden zahlen f\u00fcr den &#8222;Spa\u00df&#8220;, den die beiden anderen Parteien haben. Und das sicherlich nicht zu knapp.<\/p>\n<p>Eine andere L\u00f6sung zum Schutz des geistigen Eigentums in Form von Audiofiles muss her: Digitale Wasserzeichen<br \/>\nSie l\u00f6sen in immer mehr Musikonlineshops die bisherigen DRM-L\u00f6sungen ab. Und das anscheinend mit Erfolg.<br \/>\nWas bedeutet dies jedoch f\u00fcr den Kunden? Was genau steckt hinter den digitalen Wasserzeichen und was muss man als Kunde beim Umgang mit so gesch\u00fctzten Musikfiles beachten?<br \/>\n<!--more--><br \/>\n<strong><u>Alle tun es<\/u><\/strong><br \/>\nDie Technik der digitalen Wasserzeichen ist nicht neu. Das deutsche Rundfunkarchiv setzt sie schon seit 2002, Radio Darmstadt seit 2003 ein. Einige H\u00f6rbuchportale haben gleich von Beginn an ihre Ware mit digitalen Wasserzeichen versehen.<br \/>\nDie Technik stammt noch aus dem alten Jahrtausend und findet nicht nur in Audiofiles ihren Einsatz. Auch Bilder und Videodateien lassen sich so mit versteckten Informationen versehen.<\/p>\n<p><strong><u>Unterschied zwischen DRM und digitalen Wasserzeichen<\/u><\/strong><br \/>\nDer Hauptunterschied zwischen DRM-gesch\u00fctzten Inhalten und denen, die mit digitalen Wasserzeichen versehen sind, liegen in den verschiedenen Verwendungsm\u00f6glichkeiten der digitalen Inhalte.<br \/>\nPer DRM schreibt der Rechteinhaber klar vor, auf welcher Hardware und wie oft oder wie lange der Inhalt genutzt werden kann. Mit digitalem Wasserzeichen versehene Inhalte unterliegen solchen Beschr\u00e4nkungen erst einmal nicht.<\/p>\n<p>\u00dcbertragen auf die analoge Welt kann man sich das so vorstellen:<br \/>\nEin mit DRM gesch\u00fctztes Buch d\u00fcrfte man nur an den Orten lesen, die der Rechteinhaber zul\u00e4sst. Also auf der Couch zu hause oder im eigenen Garten w\u00e4re es noch erlaubt. Eine Nutzung des Buchs auf einer Parkbank oder in der U-Bahn w\u00e4re dann nicht mehr m\u00f6glich. Evtl. d\u00fcrfte man das Buch auch nur maximal zweimal lesen und nach dem Ablauf eines bestimmten Zeitraums w\u00e4re die Lekt\u00fcre unbrauchbar. Das Buch lie\u00dfe sich einfach nicht mehr aufklappen.<br \/>\nW\u00e4re das Buch mit einem digitalen Wasserzeichen versehen, so kann man es immer und \u00fcberall lesen. Der Rechteinhaber kann dies alleine \u00fcber diese Technologie nicht einschr\u00e4nken. W\u00fcrde das Buch jedoch unerlaubter Weise vervielf\u00e4ltigt werden, kann man die Kopien anhand des digitalen Wasserzeichens identifizieren und der Kunde, der gegen die Nutzungsbedingungen versto\u00dfen hat, k\u00f6nnte belangt werden.<\/p>\n<p>Doch das mit dem Wasserzeichen ist so eine Sache&#8230;<\/p>\n<p><strong><u>Eine fiktive Geschichte um den Kauf eines DRM-freien Songs und seine m\u00f6glichen Folgen<\/u><\/strong><br \/>\nNehmen wir einmal an, Papa Fiktiv kauft sich in naher Zukunft einen DRM-freien Song, der als Kopierschutz ein Wasserzeichen enth\u00e4lt. Papa Fiktiv wei\u00df das nicht &#8211; selbst wenn er es w\u00fcsste, w\u00fcrde es ihm in diesem frei erfundenen Szenario nichts n\u00fctzen.<br \/>\nNehmen wir weiter an, Papa Fiktiv hat eine Tochter. Die Kleine ist 12 Jahre alt und findet auf dem PC von Papa Fiktiv das Musikst\u00fcck mit dem Wasserzeichen.<br \/>\nNeugierig wie sie ist, spielt sich die Tochter das Musikst\u00fcck auf ihren MP3-Player und nimmt ihn am n\u00e4chsten Tag mit in die Schule.<br \/>\nDort trifft sie auf einen Mitsch\u00fcler, der auch einen MP3-Player hat. Und dieser Mitsch\u00fcler hat einen MP3-Song, den die Tochter von Papa Fiktiv schon immer haben wollte. Sie selbst hat als neue Errungenschaft den Song von Papa. OK, der Song ist nicht ganz ihr Geschmack, aber zum Tauschen reicht er alle mal.<br \/>\nDie Tochter tauscht also den Song mit Papas Daten im Wasserzeichen gegen den Song des Mitsch\u00fclers.<br \/>\nDer Mitsch\u00fcler nimmt seinen MP3-Player nach der Schule mit nach Hause und synchronisiert ihn mit seinem PC. Der Song landet auf dem PC in einem Verzeichnis, welches der Mitsch\u00fcler f\u00fcr ein Tauschb\u00f6rsenprogramm freigegeben hat.<br \/>\nSo wandert nun der Song von Papa Fiktiv mit all seinen Daten ins Internet &#8211; greifbar f\u00fcr jeden.<br \/>\nDer Song verbreitet sich und landet bei einem Ermittler des Musiklabels, bei dem der K\u00fcnstler unter Vertrag steht. Dessen Song hat Papa Fiktiv vor knapp 1 Tag rechtm\u00e4\u00dfig erworben.<br \/>\nWas macht nun der Ermittler des Musiklabels? Er gibt die Daten an seinen Auftraggeber bzw. an dessen Anw\u00e4lte weiter und die schreiben Papa Fiktiv einen netten Brief. Papa Fiktiv versteht die Welt nicht mehr. Der Brief beinhaltet Worte wie &#8222;Strafbewehrte Unterlassungserkl\u00e4rung&#8220;, &#8222;Termin&#8220; und &#8222;Kostennote&#8220;.<br \/>\nDer Brief kostet Papa Fiktiv knapp 900 EUR. Papa Fiktiv verstehe die Welt nicht mehr.<\/p>\n<p><strong><u>Alles nur erfunden? Die Risiken.<\/u><\/strong><br \/>\nNun, die obige Geschichte ist frei erfunden.<br \/>\nDas Risiko, das hinter dem leichtfertigen Umgang mit Musikdateien steckt, die anhand von Wasserzeichen R\u00fcckschl\u00fcsse auf den K\u00e4ufer zulassen, ist es jedoch nicht. Das Risiko ist real. Es l\u00e4sst sich aus den Beobachtungen des Marktes und der Reaktionen der Rechteinhaber der letzten Jahre ableiten. Seit Jahren geht die Musikindustrie massiv gegen Tauschb\u00f6rsennutzer vor, die unerlaubterweise Musikdateien untereinander austauschen. Alleine in Deutschland sind es tausende von Unterlassungserkl\u00e4rungen, die so den vermutlichen Rechteverletzern zugestellt werden &#8211; Monat f\u00fcr Monat.<br \/>\nWie in der obigen fiktiven Geschichte geschildert muss eine unerlaubte Verbreitung nicht immer einem kriminellen Grundgedanken entspringen. Doch ist einmal solch eine Datei im Umlauf, ist deren Verbreitung vom Kunden selbst nicht zu stoppen. Abh\u00e4ngig von den Daten, die als digitale Wasserzeichen in den Dateien eingebettet sind, k\u00f6nnten so die Kunden, die die Dateien unberechtigter Weise weitergegeben haben, jederzeit identifiziert werden. Doch welche Daten werden wirklich in den Audiofiles gespeichert?<\/p>\n<p><strong><u>Interview mit dem Frauenhofer SIT in Darmstadt<\/u><\/strong><br \/>\nDie Technologie der digitalen Wasserzeichen, die von einigen Shops in Deutschland eingesetzt werden, wurde vom <a href=\"http:\/\/www.ipsi.fraunhofer.de\/\" target=\"_blank\">Frauenhofer SIT in Darmstadt<\/a> entwickelt.<br \/>\nWir sprachen mit dem Leiter des zust\u00e4ndigen Forschungsbereichs.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" align=\"left\" src=\"https:\/\/www.ichblogdich.de\/pvtblogdata\/img\/2007\/10\/drmst.jpg\" hspace=\"10\" alt=\"Dr. Martin Steinebach\" style=\"float: left\" \/><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> Sehr geehrter Herr Dr. Steinebach. Sie sind Leiter des Forschungsbereiches <a href=\"http:\/\/www.ipsi.fraunhofer.de\/merit\/index.de.html\" target=\"_blank\">MERIT beim Frauenhofer SIT in Darmstadt<\/a>. Wof\u00fcr steht MERIT und was genau sind die Schwerpunkte dieses Forschungsbereichs?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr. Martin Steinebach:<\/strong><em> MERIT steht f\u00fcr Media Security in IT oder einfach Multimedia-Sicherheit. Dementsprechend sind unsere Schwerpunkte Schutzmechanismen f\u00fcr digitale Medien. In erster Linie entwickeln wir Wasserzeichenverfahren f\u00fcr Audio, Video und Einzelbild zum Schutz von Authentizit\u00e4t und Integrit\u00e4t. Aber wir besch\u00e4ftigen uns auch mit speziell auf Multimedia abgestimmte Verschl\u00fcsselungsverfahren oder Medienforensik.<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> Sie entwickeln u.a. Wasserzeichen f\u00fcr Dateiformate wie MPEG-1 Audio Layer 3 (MP3) . Einige Firmen (z.B. im Bereich H\u00f6rspiele) setzen diese Wasserzeichen auch schon ein. Welchen Nutzen kann sich ein Kunde von dieser Technologie erhoffen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr. Martin Steinebach:<\/strong><em> F\u00fcr unsere Kunden liegt der Vorteil darin, dass sie keine restriktiven DRM-Verfahren einsetzen m\u00fcssen und wiederum ihren Kunden die Freiheit lassen k\u00f6nnen, selbst zu w\u00e4hlen, welches Betriebssystem und welches Abspielger\u00e4t sie nutzen.<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> Wenn man von Schutz spricht, dann prim\u00e4r doch auch von Pr\u00e4vention. Wasserzeichen in MP3-Files verhindern jedoch prim\u00e4r erst einmal nicht die ungewollte Verbreitung von so versehenen Files. Wie soll also ein Wasserzeichen eine Verbreitung von Audiofiles verhindern helfen? Setzt man hier nicht eher auf eine Art Drohkulisse der Abschreckung? Sprich wer das File weiter gibt wird sp\u00e4ter bestraft bzw. belangt werden?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr. Martin Steinebach:<\/strong><em> Nat\u00fcrlich ist Abschreckung hier letztendlich die Strategie. Es wird immer wieder das Beispiel der Radarfalle bem\u00fcht: Man kann so schnell fahren wie man will, aber wenn man geblitzt wird, dann droht eine Strafe. Genauso ist das Wasserzeichen auch nur dazu geeignet, eine Person, die Material weiter gibt, potentiell zu identifizieren. <\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> K\u00f6nnen die Wasserzeichen vom Endkunden aus den Files entfernt werden z.B. durch Konvertierung in anderen digitale Formate oder gar durch klassisches \u00dcberspielen eines Musikst\u00fccks auf dem analogen Wege?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr. Martin Steinebach:<\/strong><em> Nein, heutige Wasserzeichen \u00fcberstehen die Kompression auf alle \u00fcblichen und akzeptablen Datenraten sowie analoge Kopien bis hin zu Mikrophonaufnahmen. <\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> Welche Datenmengen k\u00f6nnen so in einem Musikfile abgelegt werden?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr. Martin Steinebach:<\/strong><em> F\u00fcr jede Sekunde Spieldauer kann man bis zu 7 Bit rechnen, allerdings unterscheiden sich hier Verfahren und Parameters\u00e4tze stark. Aber einige Bit pro Sekunde sind es eigentlich immer.<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> Es kursieren Ger\u00fcchte, dass einige Musiklabels bzw. Onlinemusikstores kundenbezogene Daten mit Hilfe von Wasserzeichen in ihren Produkten hinterlegen m\u00f6chten. Welche Daten empfehlen Sie den Firmen, durch diese Technologie in die Files einzubinden und weshalb?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr. Martin Steinebach:<\/strong><em> Wir schlagen hier immer vor, ausschlie\u00dflich einen Pseudozufallskode oder eine Transaktionsnummer in die Datei einzubetten. Diese Kodes k\u00f6nnen dann als Index f\u00fcr eine von der Online-Stores gepflegten Datenbank dienen, auf die nur der Shop zugriff hat und in der die zugeh\u00f6rigen Kundendaten gespeichert sind. So kann, selbst wenn es gel\u00e4nge das Wasserzeichen auszusp\u00e4hen, keine pers\u00f6nliche Information \u00fcber die Kunden erlagt werden.<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> Hat der Endkunde die M\u00f6glichkeit, die Daten, die in den von ihm erworbenen Audiofiles evtl. \u00fcber ihn gespeichert sind, auszulesen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr. Martin Steinebach:<\/strong><em> Nein, der Kunde hat keinen Zugriff auf die Software und vor allem nicht auf den geheimen Schl\u00fcssel, mit der die Wasserzeichen eingebettet werden.<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> Um welchen Betrag verteuert sich sch\u00e4tzungsweise ein Musiktitel der durch diese Technologie mit einem Wasserzeichen versehen wurde?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr. Martin Steinebach:<\/strong><em> Hierf\u00fcr gibt es keine pauschale Antwort. \u00dcblicher Weise liegt das im sehr niedrigen Prozentbereich des Preises.<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> Zum Schluss erlauben Sie mir eine leicht provokante Frage. Droht hier den Endkunden durch diese Technologie nicht evtl. Ungemach, da nun auf Lebenszeit die so erworbenen Produkte an ihn gebunden sind? Alleine ein Weiterverkauf oder gar ein Verschenken der so gekennzeichneten Produkte w\u00fcrde doch auf immer die Gefahr bergen, dass im Falle der ungewollten Verbreitung dieses Produkts sich der Rechteinhaber an den urspr\u00fcnglichen K\u00e4ufer wendet und ihn rechtlich belangt?<br \/>\nMacht dies solche Produkte nicht eventuell unattraktiv f\u00fcr den Endkunden?<\/em><\/p>\n<p><strong>Dr. Martin Steinebach:<\/strong><em> Ich denke nicht, dass durch die Wasserzeichen die Produkte weniger attraktiv werden, da die Vorteile gegen\u00fcber Alternativen wie DRM oder Kopierschutz st\u00e4rker sind. Inwiefern ein Kunde das Recht hat, die herunter geladenen St\u00fccke zu verkaufen oder weiterzugeben, h\u00e4ngt stark von der AGB des Shops ab. Es gelten zumindest andere Regeln wie beim Kauf eine CD. Sollte sich diese Thematik wirklich zu einem Problem entwickeln, ist es sicher m\u00f6glich, bei den Shops eine Weitergabe der Datei zu melden und beispielsweise den Empf\u00e4nger anzugeben. Aber ein zuverl\u00e4ssiges Protokoll hierzu kann zugegebener Ma\u00dfen komplex werden.<\/em><\/p>\n<p><strong><u>Interview mit soforthoeren.de<\/u><\/strong><br \/>\n<a href=\"http:\/\/www.soforthoeren.de\/\" target=\"_blank\">soforthoeren.de<\/a>, ein Downloadportal f\u00fcr H\u00f6rb\u00fccher, setzte schon von Beginn im Jahr 2004 auf den Schutz der digitalen Wasserzeichen Technologie des Frauenhofer Instituts. Wir sprachen mit dem Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer Herrn Harald Rieck.<\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> Sehr geehrter Herr Rieck. Was genau ist soforthoeren.de?<br \/>\nWelche Produkte bieten Sie an?<\/em><\/p>\n<p><strong>Harald Rieck:<\/strong><em> soforthoeren.de ist das erste bzw. \u00e4lteste deutsche Downloadportal f\u00fcr Audiobooks. Mit 250 Verlagen haben wir den gr\u00f6\u00dften Verlagspool eines Downloadportals und damit eine gro\u00dfe Vielfalt. Wir sind au\u00dferdem technischer Partner von hoerbie.de, dem ersten Kinderdownloadportal f\u00fcr Audiobooks. Das Portal wird vom Terzio-Verlag betrieben.<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> Seit wann setzen Sie die digitale Wasserzeichen Technologie des Frauenhofer Instituts zur Sicherung Ihrer Produkte ein?<\/em><\/p>\n<p><strong>Harald Rieck:<\/strong><em> Schon seit dem offiziellen Start im Oktober 2004.<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> Welche Vorteile ergeben sich im Vergleich zu DRM-gesch\u00fctzten Audiodateien f\u00fcr den Endkunden?<\/em><\/p>\n<p><strong>Harald Rieck:<\/strong><em> Das wichtigste Argument ist die kundenfreundlichere Art des Schutzes (ohne technische Restriktionen).<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> Welche Daten werden in die Audiodateien per digitalem Wasserzeichen von Ihnen eingef\u00fcgt? Handelt es sich dabei um transaktionsbezogene Daten oder um Kundendaten?<\/em><\/p>\n<p><strong>Harald Rieck:<\/strong><em> Wir f\u00fcgen eine eindeutige und individuelle Nummer in die Audiodaten unh\u00f6rbar ein.<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> D.h. Sie k\u00f6nnen eine so gekennzeichnete Audiodatei, sollte sie unerlaubter Weise in einer Tauschb\u00f6rse auftauchen, bis zum Kunden, der diese Datei erworben hat, zur\u00fcck verfolgen?<\/em><\/p>\n<p><strong>Harald Rieck:<\/strong><em> Das k\u00f6nnen wir auch dann noch, wenn Mp3 in ein anderes Format gewandelt wurde.<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> Wenn die Dateien indirekt an den Kunden &#8222;gebunden&#8220; sind, stellt sich mir eine legale Weitergabe in Form eines Weihnachtsgeschenks oder ein legaler Weiterverkauf dieser Dateien als schwierig wenn nicht gar riskant dar. Was hat hier ein Kunde zu beachten?<\/em><\/p>\n<p><strong>Harald Rieck:<\/strong><em> Der Kauf berechtigt zur privaten Nutzung des H\u00f6rbuchs, der Kunde erwirbt ein Nutzungs-, jedoch kein Eigentumsrecht und kann somit auch nicht weiterver\u00e4u\u00dfern.<\/em><\/p>\n<p><strong>IchBlogDich:<\/strong><em> Gibt es aus Ihrer Sicht Punkte, die im Umgang mit digitalen Wasserzeichen allgemein verbessert werden k\u00f6nnten?<\/em><\/p>\n<p><strong>Harald Rieck:<\/strong><em> Die verst\u00e4rkte und systematische Suche nach Dateien mit Wasserzeichen k\u00f6nnte zeigen, dass kaum Kopien mit Wasserzeichen in illegalen B\u00f6rsen landen. Diese Recherche wird derzeit noch vernachl\u00e4ssigt, soll jedoch unter Zusammenarbeit mehrerer Portale initiiert werden.<\/em><\/p>\n<p><strong><u>Das Problem: Wo liegt der Wert eines Musikst\u00fccks?<\/u><\/strong><br \/>\nDies soll nicht der Versuch sein, der angeblich ach so b\u00f6sen Musikindustrie mal wieder die Schuld zuzuschieben. Das Problem ist einfach zu vielschichtig, als dass es einer Partei alleine zugeordnet werden k\u00f6nnte.<br \/>\nAber ein Problem liegt wohl in dem geringen Preis eines Musikst\u00fccks. Von dem geringen Preis leiten wir Konsumenten einen geringen Wert ab. Und entsprechend sorglos gehen wir dann mit dem erworbenen Produkt um. Denn wer passt schon auf etwas auf, wenn die Wiederbeschaffung nur knapp 1 EURO kosten w\u00fcrde.<br \/>\nAu\u00dferdem kann man die Musikst\u00fccke doch leicht kopieren und so sichern.<br \/>\nDoch f\u00fcr die Musikindustrie ist so ein Musikst\u00fcck mehr wert als 1 EURO. Besser gesagt, der m\u00f6gliche verursachte Schaden, wenn solch ein Musikst\u00fcck unkontrolliert und ohne Entgelt an die Musikindustrie verbreitet wird. Dann kann der Schaden in die Tausende oder gar mehr gehen. Daher auch deren Bestreben, die Verbreitung der eigenen Produkte zu kontrollieren bzw. zur\u00fcckverfolgen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong><u>Fazit<\/u><\/strong><br \/>\nDigitale Wasserzeichen sind eine kundenfreundliche Alternative zu den bisherigen DRM-L\u00f6sungen. Sie bieten den klaren Vorteil, dass dem Kunden bei der Nutzung des Audiofiles keine technischen Restriktionen auf erliegen. So lassen sich die Musikst\u00fccke oder die H\u00f6rb\u00fccher auf jedem gew\u00f6hnlichen MP3-Player abspielen &#8211; so lange und so oft es der Kunde m\u00f6chte.<\/p>\n<p>Doch auch mit digitalen Wasserzeichen versehene Audiofiles unterliegen Restriktion. Diese Nutzungsbedingungen finden sich meist in den AGBs der einzelnen Onlineshops. So ist ein Weiterver\u00e4u\u00dfern, also Weiterverkauf oder gar ein Verschenken der Audiofiles nicht gestattet. Dies war bei DRM-gesch\u00fctzten Files nicht anders.<br \/>\nDoch im Vergleich zu DRM-gesch\u00fctzter Ware k\u00f6nnen die Audiofiles, sollten sie mal in fremde H\u00e4nde geraten, weiter verwendet werden. Wo DRM den Kunden indirekt vor Rechteverletzungen sch\u00fctzte, k\u00f6nnen Audiofiles, die &#8222;nur&#8220; durch digitale Wasserzeichen versehen wurden, beliebig durch Fremde genutzt und weiter verbreitet werden. Die darin enthaltenen Angaben \u00fcber den urspr\u00fcnglichen Kauf lassen den so entstandenen Schaden klar beziffern und dem Kunden zuordnen.<br \/>\nDer Kunde ist \u00fcber die digitalen Wasserzeichen quasi f\u00fcr immer mit den Audiofiles verbunden.<\/p>\n<p><img decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.ichblogdich.de\/pvtblogdata\/img\/2007\/09\/fussfessel.jpg\" alt=\"fussfessel\" \/><\/p>\n<p>Wer heute tausende von Songs und dutzende von H\u00f6rb\u00fcchern sein Eigen nennt, wei\u00df nach Jahren nicht mehr, welches Audiofiles wie gesch\u00fctzt sind und welche Nutzungsbedingungen mit den einzelnen Files verbunden waren bzw. noch sind.<br \/>\nEs droht dem Kunden, den \u00dcberblick zu verlieren.<br \/>\nAuch wei\u00df der Kunde nicht, welche Daten genau in den Files hinterlegt wurden. Es k\u00f6nnen reine Transaktionsnummern der Shops ein. Doch gibt es auch Online-Shops, die pers\u00f6nliche Daten des Kunden (z.B. die Mailadresse) in den Files hinterlegen. Auch wenn bisher nur die Shops selbst die Daten auslesen k\u00f6nnen so wird es nur eine Frage der Zeit sein, bis weniger vertrauensw\u00fcrdige Gesellen technisch nachziehen. Und was die dann mit den Daten der Kunden anfangen, wollen wir uns gar nicht vorstellen.<br \/>\nEigentlich geh\u00f6rt den Kunden von den einzelnen Shops klar mitgeteilt, welche Informationen hinterlegt werden. Doch in den meisten Nutzungsbedingungen bzw. Datenschutzbestimmungen findet sich bisher nur der Hinweis auf die Verwendung der digitalen Wasserzeichen aber kein Hinweis darauf, welche Daten gespeichert werden. Wer also auf Nummer sicher gehen m\u00f6chte, fragt vorher direkt bei dem Onlineshop nach.<br \/>\nHier m\u00fcssen einige Shops unserer Meinung nach noch nachbessern<\/p>\n<p>Wer also von DRM-gesch\u00fctzter Musik und H\u00f6rb\u00fcchern auf die Ware mit dem digitalen Wasserzeichen umsteigen m\u00f6chte, sollte sich vorher gut informieren und die so erworbene Ware gut im Auge behalten. <\/p>\n<p>Wer jetzt gerade zur Weihnachtszeit ein H\u00f6rbuch oder ein Musikalbum verschenken m\u00f6chte, kann auf Gutscheine zur\u00fcckgreifen, die die meisten Shops anbieten. <\/p>\n<p>Wem das zu unsicher oder kompliziert ist bzw. wer gerne Alben und H\u00f6rb\u00fccher auch mal an gute Freunde mit gutem Gewissen verleihen oder nach dem Gebrauch weiterverkaufen m\u00f6chte, greift wie bisher zu der altbew\u00e4hrten CD.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>DRM ist eine Seuche &#8211; keine Frage. 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