{"id":748,"date":"2008-04-08T12:05:18","date_gmt":"2008-04-08T10:05:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.ichblogdich.de\/?p=748"},"modified":"2008-04-08T12:05:19","modified_gmt":"2008-04-08T10:05:19","slug":"republica-die-ernuchterte-minderheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.ichblogdich.de\/?p=748","title":{"rendered":"re:publica &#8211; Die ern\u00fcchterte Minderheit"},"content":{"rendered":"<p>Nein, dies hier wird nun kein Hassbeitrag auf die 2. re:publica, die dieser Tage (schon wieder) in Berlin stattfand. Ich habe mir das Programm der re:publica 08 angesehen und fand einige Programmpunkte recht interessant.<br \/>\nWas mich irritierte war das Motto der diesj\u00e4hrigen re:publica: &#8222;Die kritische Masse&#8220;.<br \/>\nHeise <a href=\"http:\/\/www.heise.de\/newsticker\/re-publica-Die-digitale-Gesellschaft-als-Gegenoeffentlichkeit--\/meldung\/105946\" target=\"_blank\">interpretierte<\/a> dies wie folgt:&#8220;&#8230;die Rolle der digitalen Gesellschaft als Gegen\u00f6ffentlichkeit&#8230;&#8220;. Besonders peinlich: f\u00fcr das Leitthema war noch nicht einmal ein Vertreter der &#8222;klassischen Medien&#8220; zu finden. Angeblich k\u00f6nnten die keine Kritik vertragen. Jaha, such mal einen Blogger der das kann. Den will ich sehen.<\/p>\n<p>Ein gro\u00dfes Thema. Erst recht, wenn man n\u00fcchtern betrachtet, was sich seit der letzten re:publica wirklich getan hat.<!--more--><br \/>\nDas gro\u00dfe Geldverdienen ist ausgeblieben. Schade, dass Projekte wie Adical bisher nicht DEN durchschlagenden Erfolg aufweisen k\u00f6nnen. OK, von den dem Netzwerk beigetretenen Adical-Blogs w\u00fcrde ich mindestens 2 Handvoll gleich wieder rauswerfen &#8211; Mangels Inhalte und Mangels Qualit\u00e4t. Aber das nur am Rande. An den paar faulen Eiern im Adical-Netzwerk wird es nicht gelegen haben, dass Adical noch nicht so durchstarten konnte, wie es geplant war. An den teils fragw\u00fcrdigen Werbekunden und der Kritik an diesen wird es auch nicht gelegen haben.<\/p>\n<p>Meiner Meinung nach liegt es einfach daran, dass Weblogs noch immer kein Mensch interessieren &#8211; au\u00dfer die Blogger selbst vielleicht. Nicht umsonst ist sein bester Leser der eigene Blogger (manche nehmen das auch zu w\u00f6rtlich, ist aber ein anderes Thema.) Die Reichweiten fehlen einfach. Beitr\u00e4ge \u00fcber &#8222;meine neuen Schuhe&#8220; werden daran auch nichts \u00e4ndern.<\/p>\n<p>In der breiten \u00d6ffentlichkeit wurden Blogs noch nicht wirklich wahrgenommen. Die meisten k\u00f6nnen sich unter einem Blog nichts vorstellen. Und wenn man versucht, dies zu erkl\u00e4ren, wird man oft noch bel\u00e4chelt. Die gro\u00dfen Zeitungen und dadurch meist deren Online-Pendants sind da schon wesentlich bekannter und daher f\u00fcr Werbekunden auch interessanter. <\/p>\n<p>Es gibt aber auch Ausnahmen: Robert Basic z.B. hat offen gelegt, dass er mit seinem Blog ca. 3.500 EUR im Monat verdient. W\u00fcrde er sich zur\u00fccklehnen und sich auf die \u00fcblichen Google-Ads und Affiliate Programme verlassen, w\u00e4re es wesentlich weniger. Robert sucht sich seine Werbekunden selbst. Und Robert schafft Content. Das Zauberwort liegt hier auf &#8222;Schaffen&#8220;. Sein Blog d\u00fcrfte ein Fulltimejob sein. <\/p>\n<p>Wer heute denkt, mit einem Artikel pro Tag \u00fcber seine Katzen k\u00f6nne er den gleichen Erfolg haben, irrt, wenn seine Katzen nicht gerade auf einem Bein jonglieren und dabei Faust auf chinesisch r\u00fcckw\u00e4rts aufsagen k\u00f6nnen.<br \/>\nDenn zu einem erfolgreichen Blog geh\u00f6rt neben einer gewissen Artikeldichte auch Begabung und K\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Wer im realen Leben jetzt schon erfolglos, weil frei von Begabung oder frei von Antrieb, aus sich etwas zu machen, durch den Tag schl\u00fcrft, wird es mit einem Weblog auch nicht weiter bringen. Was man in einem Blog schreibt, spiegelt zum Teil auch etwas von einem selbst wider.<\/p>\n<p>Daher d\u00fcrfte nun die Ern\u00fcchterung bei einigen Bloggern eingetreten sein. Aus der Traum vom gro\u00dfen Geldverdienen mit dem eigenen Blog. Wird der eine oder die andere sich doch wieder einen Job suchen und jeden Tag ackern gehen m\u00fcssen. Das Leben kann hart sein.<\/p>\n<p>Aber kommen wir zur\u00fcck zur re:publica.<br \/>\nWie anfangs gesagt: Ein gro\u00dfes Thema. In meinen Augen ein zu gro\u00dfes Thema zur falschen Zeit.<br \/>\nNur weil sich einige bloggende freie Journalisten regelm\u00e4\u00dfig online mit ihren bei Onlinemedien fest angestellten Kollegen kabbeln, kann man nicht davon ausgehen, dass dies derzeit ein Thema f\u00fcr die bloggende Mehrheit ist.<br \/>\nApropos Mehrheit: Auf der re:publica sind 900 Blogger im Vergleich zu gesch\u00e4tzten 300.000 deutschen Bloggern.<br \/>\nDas haben letztes Jahr schon einige b\u00f6se zu sp\u00fcren bekommen, als sie auf der ersten re:publica aufschlugen und untereinander ihre Blognamen austauschten und immer wieder zu h\u00f6ren bekamen &#8222;kenn&#8216; ich nicht&#8220;. Das war schmerzhaft und ern\u00fcchternd. Umso eindrucksvoller, dass einige Blogger den Schneid hatten, das \u00f6ffentlich zu zugeben. Respekt.<\/p>\n<p>So traf sich dieses Jahr ein zweites Mal eine ern\u00fcchterte Minderheit in der Kalkscheune, um mal wieder vom gro\u00dfen Geldverdienen zu tr\u00e4umen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nein, dies hier wird nun kein Hassbeitrag auf die 2. re:publica, die dieser Tage (schon wieder) in Berlin stattfand. Ich habe mir das Programm der re:publica 08 angesehen und fand einige Programmpunkte recht interessant. 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