Weblogs und die (Schleich-)Werbung

Eigentlich wollte ich nichts zu dem Thema „Werbung in Weblogs“ schreiben, da es mir einfach zu trivial erschien. Sollen die Leute doch mit ihren Blogs machen was sie wollen.
Doch einige Artikel, Widersprüche, E-Mails und Recherchen später, gebe ich nun doch mal öffentlich meinen Senf zu diesem Thema dazu.

Die Kernfrage lautet: Gehört Werbung in Weblogs? Und wenn ja, in welcher Form ist sie noch vertretbar – in welcher nicht? Und was ist so besonderes an Adical? Und was haben/halten einige Blogs von Schleichwerbung?

Werbung auf Homepages ist ein alter Hut
Seit es private Homepages gibt, gibt es auch gewisse Möglichkeiten für die Betreiber, sich ein paar Cent dazu zu verdienen. Sei es, um die geringen Kosten für solch einen kleinen Webauftritt zu decken – sei es, um sich ein paar Euros nebenbei hinzu zu verdienen.
Grundsätzlich sollte das jeder mit sich selber ausmachen was er bereit ist, auf seiner Seite zu dulden und was nicht.
An dieser Stelle könnte man nun aufhören über Werbung in Weblogs nachzudenken.
Doch wer mich kennt, kennt auch meine grundsätzliche Abneigung gegen aufdringliche und vor allem versteckte Werbung.
Denn wie heißt es so schön: „Ver*rschen kann sich jeder auch selber.“

Werbung ist nicht gleich Werbung – Flash ist die Hölle
Es mag eine Sache sein, mit Hilfe von AdSense zum Inhalt der Seite „passende“ Google-Links auf seiner Seite gepusht zu bekommen. Doch es gibt auch weniger zurückhaltende Werbung.
Wer seine LeserInnen so richtig quälen möchte, baut auf Flash.
Flash ermöglicht überaus nervige Werbung in Form von rosaroten Panthern, die lautstark an deinen Bildschirm klopfen. Oder von Autos, die mit durchdrehenden und quietschenden Reifen quer über den Bildschirm rasen.
Oder wer kennt nicht die Werbung, die gleich die halbe Seite herunterklappt wie ein Stück schlecht angeklebtes Papier.
Seit es Flash gibt, hat Werbung im Internet eine ganz neue Dimension angenommen: Laut, schrill, bewegt, mit Videos untermalt… Sprich: Einfach nervig und ungemein aufdringlich.
Nicht selten sucht man den obligatorischen „Schließen-Button“ vergeblich oder landet gerade dann, wenn man die Werbung wegklicken will, erst recht auf der beworbenen Seite. Klar alles Zufall oder ein Versehen. (Und Kühe geben Kakao).
Einmal von dem Traffic, den man da noch zusätzlich in Form von Videos und Co. ungewollt aufgebrummt bekommt, ist diese Art der Werbung eine einzige Zumutung. Ich möchte denjenigen sehen, der bei all dem audiovisuellen Terror da noch freudig auf die Werbung klickt, um sich das beworbene Produkt genauer anzusehen. Ich bezweifle, dass solch eine Werbung bei den Lesern gut ankommt.
Daher verwundert es mich immer wieder, dass Unternehmen in dieser Form für ihre Produkte Werbung betreiben (lassen). Ich persönlich entwickle für solche Produkte proportional mit dem Anstieg solcher Werbung einfach nur Abneigung.
Zum Glück gibt es Abhilfe in Form von Plugins (z.B. Adblock Plus für Firefox), welche einem einen Werbefreien Aufenthalt im Internet sichern.

Schleichwerbung ist nicht transparent
Ein neues Modewort wurde im Zusammenhang mit Weblogs und Werbung geboren: „Transparenz“!
Das soll so viel heißen wie: „Wenn ich hier Werbung für etwas mache und davon in irgendeiner Weise profitiere, dann schreibe ich das deutlich dazu.“
Will heißen: Keine untergeschobene Werbung. Keine vom Hersteller heimlich finanzierten Produkttests. Klar als Werbung deklarierte Anzeigen.
Doch das mit der „Transparenz“ müssen manche Blogger noch üben. Denn auch zum Beispiel ein Link im Rahmen des Amazon-Partnerprogramms ist Werbung. Auch hier wünscht man sich die gern gepredigte Transparenz.
Das hat nicht nur was mit Fairnis den eigenen Leserinnern und Lesern gegenüber zu tun. Das hat auch was mit den Journalistischen Grundsätzen, dem Pressecodex zu tun.
Dort heißt es:

Ziffer 7 – Trennung von Werbung und Redaktion
Die Verantwortung der Presse gegenüber der Öffentlichkeit gebietet, dass redaktionelle Veröffentlichungen nicht durch private oder geschäftliche Interessen Dritter oder durch persönliche wirtschaftliche Interessen der Journalistinnen und Journalisten beeinflusst werden. Verleger und Redakteure wehren derartige Versuche ab und achten auf eine klare Trennung zwischen redaktionellem Text und Veröffentlichungen zu werblichen Zwecken. Bei Veröffentlichungen, die ein Eigeninteresse des Verlages betreffen, muss dieses erkennbar sein.

Wo das Eigeninteresse des Verlinkenden bei Links des Amazon-Partnerprogramms liegt, kann man bei Amazon nachlesen:

Amazon.de erfasst alle Verkäufe, die über Ihre Links generiert werden und vergütet Ihnen bis zu 10% Werbekostenerstattung auf qualifizierten Netto-Umsatz.

Eigentlich sollte man Webseiten/Weblogs, die am Amazon-Partnerprogramm teilnehmen, recht einfach identifizieren können. Heißt es doch in den Teilnahmebedinungen des Partnerprogramms:

Identifizierung als ein Amazon.de-Partner: Der Partner wird sich als „Partner von Amazon.de“ auf seiner Website identifizieren. Zu diesem Zweck stellt Amazon.de dem Partner eine Auswahl an Logos zur Verfügung. Das Amazon.de-Logo soll gleichzeitig immer als Homepage-Link funktionieren.

D.h. Blogs, die zwar Amazon-Partnerlinks bei sich in ihren Artikel einbinden aber sich nicht als Amazon-Partner identifizieren, verstoßen damit gegen die Teilnahmebedingungen des Amazon-Partnerprogramms und könnten gar wegen solch eines Verstoßes davon ausgeschlossen werden.
Auf der oben erwähnten Seite suchten wir das Amazon-Logo vergeblich.
Doch selbst wenn sich eine Homepage als Amazon-Partner outet, so weiß der durchschnittliche Leser noch immer nicht, was Werbung ist und was nicht. Denn diese Partnerlinks sind für Normalsterbliche nicht so einfach als solche zu erkennen.
Wie solche Links aufgebaut sind, kann man dem Amazon eigenen Blog für das Partnerprogramm entnehmen.

Doch das gefundene Beispiel war leider nicht das einzige.
Man muss nur mal die Liste der Adical-Blogs alphabetisch durchgehen und stößt dann auf den einen oder anderen Artikel mit Amazon-Partnerlinks.

Diese Art von Werbung kann man auch als Schleichwerbung auffassen, welche hierzulande verboten ist weil sie gegen das UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb) verstößt.
Und wenn man als betroffener Blogger nun noch laut ruft „Ja aber, ich bin doch eine Privatperson und nicht gewerblich“, so verwundert das umso mehr. Denn in den Teilnahmebedingungen des Amazon-Partnerprogramms heißt es:

Aus Gründen der Buchpreisbindung können wir nur mit gewerblichen Partnern im Rahmen des Amazon.de Partnerprogramms zusammenarbeiten.

Tja, nix war’s mit sich als „nicht gewerblich“ ausgeben (z.B. wenn es um Abmahnungen geht) und auf der anderen Seite die Kohle scheffeln wollen und sich gegenüber dem Amazon-Partnerprogramm als „gewerblich“ ausgeben.

Nun, vielleicht sind dies alles ja nur „Versehen“ und „Versehen“ können mal passieren.
Doch gerade diese „Versehen“ sind es, die Projekte wie Adical in keinem guten Licht erscheinen lassen, wenn Weblogs, die an Adical angebunden sind, es mit der Trennung von Werbung und Inhalt nicht so genau nehmen. Da fehlt es wohl noch an Disziplin.

Adical – Alles neu?
Adical ist an sich ein interessantes Projekt. Zitat von der Homepage:

„…eine Plattform für Werbung, auf Blogs, organisiert von Bloggern.“

Mal davon abgesehen, dass Deutschland zur Zeit von einer Videobloggerin gar regiert wird, macht das ganze neugierig.
Bevor die erste Werbung geschaltet wurde, gab es die dollsten Spekulationen, was genau dabei herauskommen sollte.
Und was kam am Ende heraus? Werbung eines heftig in Kritik geratenen Netzwerkausrüster.
Julien Pain, Internetexperte von Reporter ohne Grenzen:

„Ohne Cisco wäre China nicht in der Lage, das Internet so zu kontrollieren, wie es heute geschieht.“

Hm, sieht irgendwie aus wie jede andere Werbung auch. Doch auf den ersten Blick kein direkter Bezug zu Blogs oder deren Inhalte.
Wie ungeschickt die Werbung technisch umgesetzt wurde, kann man sehr schön in einem Beitrag von Chris vom F!XMBR nachlesen.
Am Ende sieht die erste geschaltete Werbung durch Adical aus wie jede andere Werbung auch.

Wie ich schon in einem Kommentar bei Don Alphonso schrieb:
„Wer sein Blog jetzt schon mit Werbung ohne Ende vollpflastert und AdSense und Co. eben nur einmal auf seine Seite klatschen kann, wird sich über eine weitere Einnahmequelle sicherlich gierig die Händchen reiben.“
Dies trifft sicherlich nicht auf alle beteiligten Blogs zu. Doch bei dem einen oder anderen Blog klebt jetzt einfach nur ein Werbebanner mehr. Innovation sieht anders aus.

Wenn sich ein Projekt wie Adical herausheben möchte, muss er für „seine Blogs“ klare Richtlinien aufstellen. Dazu gehört auch, dass jegliche Werbung klar kenntlich gemacht werden muss.
Wer dies nicht tut, fliegt aus dem Verbund. Amigo hin, Amigo her.

Fazit: Werbung bleibt Werbung
Egal ob man sich bei Google AdSense, Links des Amazon-Partnerprogramms oder die durch Adical vermittelte Werbung auf sein Weblog klatscht: Es ist und bleibt Werbung.
Und wer diese Werbung nicht klar kenntlich macht, verarscht in meinen Augen seine Leserinnen und Leser. Selbstverständlich kommen dann Zweifel an der angeblichen „Professionalisierung der Weblogs“ auf, wenn sich Adical-Blogs solche Schnitzer erlauben.

Denn bei all der Diskussion um Werbung, Transparenz und Adical kam nur selten die Frage auf „Und was ist mit den Lesern?“. Hat die einmal jemand gefragt, was sie von dem ganzen halten?
Wer behauptet „Wir glauben, dass Werbung auf Blogs gut sein kann.“, hatte dabei wohl kaum die LeserInnen im Sinn.
Denn die Leser brauchen keine Werbung – die Leser wollen sie nicht – die Leser kommen auch ohne Werbung aus.
Alleine was man schon wegen der Cookies und der Datensammlung im Zusammenhang mit den Werbeplattformen den Leserinnen und Lesern antut, halte ich für eine Zumutung.

Und wer dann noch in Artikeln Werbung in Form von den oben erwähnen Amazon-Partnerlinks versteckt, der kommt mir vor wie ein Teppichverkäufer im Orient: „Nix kaufen, nur gucken“.

Jahaaa, wie gesagt: Ver*rschen kann sich jeder selber.

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16 Kommentare zu Weblogs und die (Schleich-)Werbung

  1. Blogs die heimlich Werbung machen und ihre Leser betrügen halte ich persönlich für Nuttenblogger, sie verkaufen sich und ihre Meinung und ihre Leser für Werbung, abgesehen davon das sie ihre Leser knallhart betrügen und Gesetze und Verträge brechen.

    Früher oder später regnet es dann Abmahnungen oder Anzeigen, und dann wird wieder gejammert und um Spenden gebettelt.

    Auf der anderen Seite darf jeder in seinem Blog tun und lassen was er will, er muss nur die Konsequenzen tragen.

  2. Malcolm sagt:

    Blogs die heimlich Werbung machen und ihre Leser betrügen halte ich persönlich für Nuttenblogger, sie verkaufen sich und ihre Meinung und ihre Leser für Werbung, abgesehen davon das sie ihre Leser knallhart betrügen und Gesetze und Verträge brechen.

    Außerdem essen sie kleine Kinder, pinkeln an Kirchen, zeichnen Karrikaturen von Mohammed, Marschieren in Polen ein, Schlagen alte Frauen, lassen die Socken beim Schlafen an und halten mit laufenden Motor an Bahnübergängen.

    Fiese Bande aber auch!

  3. C.J. sagt:

    LOL Malcolm, aber nein.
    Wir wollen diese Blogs doch nicht verteufeln.
    Wenn man offiziell von Professionalität, Transparenz und Ethik spricht, dann sollte man halt etwas weiter als seine Nasenspitze denken und schauen und solche Mätzchen mit den nicht als Werbung gekennzeichneten Partnerlinks unterlassen.
    So was kratzt an der Glaubwürdigkeit der betroffenen Blogger.

  4. Spannend, wie viel Zeit Du damit zubringst, Dich mit einem Weblog zu befassen, das Du doch gar nicht liest, aber nun gut. Eine kleine Korrektur sei erlaubt: es ist nicht so, dass Amazon-Links in meinem Weblog nicht gekennzeichnet wären. Bis vor einigen Wochen habe ich sie durch den Text „(Affiliate)“ gekennzeichnet. Dies war aber offensichtlich eher verwirrend denn klärend (anders kann ich die Nachfragen erklären, was das denn heissen möge, ob es sich dabei vielleicht was zu essen handle), also hatte ich das CSS entsprechend ergänzt eben solche Links (analog zu externen Links allgemein, Maillinks usw.) durch ein Icon zu kennzeichnen. Und das sieht dann so aus: http://www.dobschat.de/images/amazon.png

    Offenbar verwendest Du einen Browser bei dem es nicht zu sehen ist – so soll es natürlich nicht sein und mit der Info, welchen Browser Du verwendest könnte ich mich da auch auf die Suche machen und den Fehler im CSS (nichts anderes ist es nun mal) beseitigen und fertig. Ja, manchmal ist es wirklich so einfach und es steckt gar keine Verschwörung dahinter – man könnte ja auch einfach miteinander reden… Wenn man miteinander reden würde, dann könnte man auch die Frage diskutieren, ob so ein Icon ausreichend ist oder ob es deutlichere Kennzeichnungen braucht oder wie oder was. Man kann nämlich über alles reden, so lange man vernünftig miteinander redet.

    So, und jetzt schmeisse ich eine Oma vom Balkon und grille mir ein Baby… ;)

  5. Zwischen „Nachfragen“ und „erklären“ habe ich leider ein „nicht“ vergessen…

  6. Tristl sagt:

    „Denn die Leser brauchen keine Werbung – die Leser wollen sie nicht – die Leser kommen auch ohne Werbung aus.“

    Ist das so? Vielleicht motiviert erst die Möglichkeit des Geldverdienens talentierte oder gar renommierte Autoren und Journalisten zum Bloggen? Wenn dem so sein sollte, braucht der Leser die Werbung sehr wohl. Texte sollen ja nicht immer so dilettantisch sein wie deiner hier.

  7. @ Dobschat

    Meiner Meinung nach dreht es sich in keiner weise nur um dein Blog sondern allgemein um alle Blogs die Werbung oder auch keine Werbung einsetzen. Und mein Kommentar war auch völlig allgemein gemeint.

    Das du zumindest das AmazonIcon hinter den Link gesetzt hast finde ich gut, ist es zumindest eine Kennzeichnung. Nur finde ich das wir Blogger aufpassen müssen nicht jetzt die gleichen Fehler zu machen wie die Bild oder andere Zeitungen, die mit kleinen Nachlässigkeiten begannen und dann immer mehr die Augen zudrückten.

    Vielleicht brauchen wir doch sowas wie eine Blogethik, aber nicht Öffentlich sondern jeder für sich muss sich immer überlegen was O.K. ist und was er machen kann und will und darf.

  8. C.J. sagt:

    @Carsten:
    Es dreht sich hier nicht um Dein Blog alleine. Ich habe es nur mal als eines von zwei Beispielen hergenommen.
    Gerade auch weil Du selbst Transparenz im Bezug auf Werbung in Blogs gepredigt hast – aber es eben selber nicht konsequent in deinem Blog umsetzt.
    Man braucht nicht lange zu suchen und findet eine Menge weiterer Weblogs, die es mit der Kennzeichnung von Artikeln mit Partnerlinks nicht so eng sehen.
    Das hat mit einer Verschwörung nichts zu tun. Das ist reine Nachlässigkeit, fehlende Professionalität, einfach nur Unwissenheit oder was sonst noch alles.

    Zur Kennzeichnung:
    Eine Kennzeichnung durch ein kleines Amazon-Symbol reicht meines Erachtens nicht aus. Dem durchschnittlichen Leser sagt es nur, dass es sich um einen Link auf Amazon handelt. Mehr nicht. Ein durchschnittlicher Leser wird dies nicht mit einem Partnerlink assoziieren und die meisten wissen wahrscheinlich gar nicht, was ein Partnerprogramm ist.
    Werbung muss als solche für jeden klar gekennzeichnet werden. Christian i.W. hat da schon recht: Hier werden die gleichen Fehler wie bei Bild und Co. gemacht. Im Bildblog lachen wir über diese Patzer von Bild und schütteln unverständlich den Kopf über so viel Unprofessionalität. Oder wir mutmaßen, dass Bild hier seine Leser bewusst versucht, an der Nase herumzuführen, um ihnen so Werbung unterjubeln zu können.
    Doch in den eigenen Blogs scheitert die eigene Kritik und Werbung wird nicht klar als solche gekennzeichnet. Obwohl es den Pressecodex und das UWG gibt.
    D.h. wenn ein Artikel einen oder mehrere Partnerlinks (egal welcher Art) beinhaltet, gehört der komplette Artikel klar ersichtlich als Werbung gekennzeichnet. Dann muss eben darüber „WERBUNG“ oder „ANZEIGE“ stehen.
    Ansonsten wirst Du Deinen eigenen Worten bzgl. Transparenz nicht gerecht. Das Wörtchen „Werbung“ wäre sicher auch in jedem Browser gut zu erkennen.

    Zum Thema „vernünftig miteinander reden“:
    Das tun wir hier doch gerade, oder nicht?

  9. Also erstens dreht es sich ja ganz offensichtlich mal um mein Weblog – es ist erwähnt, es ist verlinkt, es wird behauptet es gäbe keine Kennzeichnung (was nun mal nicht stimmt, keine Kennzeichnung ist was anderes, als eine Kennzeichnung, die Dir nicht reicht, ganz einfach) und einige Leute haben sich richtig viel Mühe gegeben, dass ich diesen Artikel auch wirklich in meinen Referrern finde (oder jemand hat Spass daran öfter mal ca. 20 mal hintereinander auf einen Link zu klicken, zurück zu gehen und wieder zu klicken usw.).

    Zweitens predige ich gar nichts, selbst den Versuch andere Menschen von den Vorzügen des besseren Betriebssystems zu überzeugen habe ich vor einigen Jahren beendet. Ich stelle nur fest.

    Drittens halte ich diese Icon-Kennzeichnung durchaus für eindeutig und auch ausreichend, sonst hätte ich sie nicht gewählt.

    Viertens wäre es ein „vernünftiges miteinander reden“ gewesen genau das zu tun, statt hier Behauptungen aufzustellen, die einfach falsch sind, oder von mir aus bestenfalls ungenau. Denn – auch wenn ich mich wiederhole – eine Deiner Meinung nach nicht ausreichende Kennzeichnung ist etwas ganz anderes als keine Kennzeichnung.

    Davon ab bin ich der Meinung, dass über einen Artikel dann „Werbung“ gehört, wenn der Artikel auch wirklich Werbung ist und nicht, weil ich bei einem Hinweis auf ein Buch, dass ich mir just an diesem Tag gekauft habe eine Verlinkung über ein Partnerprogramm eingebaut habe. Denn geschrieben wurde der Hinweis, weil ich mir das Buch gekauft habe und es spassig finde und nicht wegen einem Amazon-Link. Meiner Meinung nach entscheidet sich die Frage ob ein Beitrag Werbung ist oder nicht eben nicht so einfach nach einem Link, sondern vor allem mal beim Inhalt des Beitrags. Wenn es so einfach wäre mit der Werbung, dann gäbe es sicher nicht so viele Diskussionen um gekaufte Blogbeiträge. Aber das ist eben meine Meinung, die ich hiermit einfach nur in den Raum stelle, nicht predige und niemanden aufzwingen will. Mir ging es nur um die Richtigstellung der unzutreffenden Behauptung was die Kennzeichnung angeht.

  10. C.J. sagt:

    Tja Carsten,
    wenn der betroffene Artikel NICHT dazu dient, Deine Taschen mit Geld zu füllen, dann hätte ein normaler Link anstelle eines Partnerlinks auch ausgereicht, oder etwa nicht?

    Ein Leser kann Deine Gedanken nicht lesen und das UWG erst recht nicht und andere Blogs, die sich an das UWG halten auch nicht.
    Die Kennzeichnung von Werbung mit kleinen Symbolen wie ein kleines „a“ mag Dir genügen – ich halte sie für ungenügend – das Gesetz mit großer Wahrscheinlichkeit auch.
    Ein „a“ ist (auch wenn es in den Farben des geworbenen Unternehmens gehalten ist) nicht das gleiche wie „WERBUNG“ und wird auch so nicht verstanden. Auch wenn es für Teilnehmer des Amazon-Partnerprogramms als solches erkannt werden könnte.

    Aber kommen wir mal von Deinem Artikel weg und behandeln wir das mal allgemein:

    Bei Artikeln mit Partnerlinks, die recht kurz gefasst sind, und zum Ziel haben, dass der Leser auf den Link klickt, kann man sehr wohl von gezielter Werbung für einen Artikel ausgehen.
    Man kann sehr wohl davon ausgehen, dass der Artikel mit dem Ziel verfasst wurde, dass der Leser den Artikel kauft und dadurch dem Artikelverfasser ein Verdienst im Rahmen eines Prämienprogramms zufließt.
    Das ist per Definition Werbung. Und ist der Artikel nicht klar als Werbung gekennzeichnet, ist das Schleichwerbung (UGW § 4, Abs. 3).
    Und wenn nun ein anderes Blog (nennen wir es Blog B), was seine ähnlich verfassten Artikel klar als Werbung markiert, der Meinung ist, dass das betroffene Blog (Blog A) durch die Nicht-Kennzeichnung seiner Artikel als Werbung, sich einen unerlaubten Vorteil verschafft, dann kann das Blog B das Blog A deswegen abmahnen.
    Auch wenn das der Artikelverfasser von Blog B so nicht meinte und ganz anderer Meinung ist.

    Und auch hier gebe ich Christian i.W. recht: Wenn die erste Abmahnung deswegen erfolgt, dann ist das Geschrei wieder laut im Bloggersdorf.

    Und die wird über kurz oder lang kommen. Auch deswegen schon, weil dank re:publica und ähnlichen Diskussionen darüber, wie man sein Blog zu Geld machen kann, die Luft sehr schnell sehr dünn werden wird.
    Dann ist es vorbei mit Amigo und der Bloggergruschelei. Dann regiert hier wie auf dem regulären Markt auch das Wettbewerbsrecht.
    Und hier geht es nicht mit „Man hätte ja mal vorher darüber reden können“. Erst recht nicht, wenn man klar und deutlich in Beiträgen und Kommentaren wiederholt öffentlich mitteilt, dass man das ganze ganz anders sieht, als es in der Gesetzgebung festgeschrieben wurde. Da wird sich dann keiner mehr die Mühe machen, und erst einmal solch einen Blogbetreiber anrufen.
    Erst recht nicht, wenn es hunderte oder gar mehr an Blogs ähnlich betreiben. Dann kommt die Keule und alle sind am flennen.
    DAS nenne ich unvernünftig, uneinsichtig und unprofessionell.

    Und nun kommen wir wieder zu Dir und Deinem Blog zurück, Carsten:
    Du hast hier nun die Chance, es den anderen vorzumachen, wie es richtig geht. Du hast über Transparenz und einen Blogger-Kodex geschrieben.
    Setze ein Zeichen für andere Blogs und zeige ihnen, wie man es richtig macht.
    DAS würde ich dann vernünftig, einsichtig und professionell nennen.

  11. Ja, hätte ausgereicht und mir genau so viel bzw. wenig Geld eingebracht wie der Link: 0. Aber ich bin ein fauler Mensch – und wenn ich einfach nur die Artikel- bzw. die ISBN-Nummer eingeben muss, damit ein Skript den Rest erledigt, dann mache ich das.
    Was die Gesetze angeht: hier besteht eine Menge Unsicherheit und Interpretationsspielraum – so ist das nun mal mit Gesetzen. Und einer vernünftig begonnen Diskussion werde ich mich nicht verschliessen, aber wenn Du meinst, dass das Verbreiten von Aussagen, die nicht der Wahrheit entsprechen ein vernünftiger Diskussionseinstieg wären, dann gibt es nun mal keine Grundlage für eine vernünftige Diskussion zwischen uns.
    Im übrigen will ich keine Zeichen setzen und auch kein Vorbild sein, das dürfen gerne andere übernehmen. Und vielleicht hättest Du auch lesen sollen, *was* ich über das Thema Blogger-Kodex geschrieben habe…
    Und wenn ich mir so anschaue, was Du so alles für „professionell“ hältst, tja, da liegen Welten zwischen uns. Es reicht ja schon, dass Du es für einen „vernünftigen Diskussionseinstieg“ hältst anderen erstmal ans Bein zu pinkeln, ganz abgesehen von anderen Aktionen, die ich zumindest moralisch für sehr fragwürdig halte.
    Folgender Vorschlag: ich ergänze den Beitrag und dann hältst Du Dich endlich an Dein mehrfach geäußertes Versprechen mein blödes Blog einfach nicht mehr zu lesen und alle können glücklich und zufrieden sein. Du kannst dann hier so vorbildlich bloggen, wie Du magst und musst Dich nicht mehr über mein ach so böses, blödes und unprofessionelles Weblog ärgern…

  12. Pingback: Christian in Wien

  13. D.P. sagt:

    Eigentlich müsste der Satz umgeschrieben werden: „Wir glauben, das wir damit Geld verdienen können.” Geld verdienen hat nix mit Ethik, Moral oder Anstand zu tun. Man will aus Zugriffszahlen Kapital schlagen, ohne dabei an die Leser zu denken. Andererseits, ist es ligitim eine Idee zu verwirklichen, der Leser hat das Recht das Blog mit der (Schleich) Werbung zu meiden.

    gruss D.P.

  14. C.J. sagt:

    @D.P.:


    Eigentlich müsste der Satz umgeschrieben werden: “Wir glauben, das wir damit Geld verdienen können.” Geld verdienen hat nix mit Ethik, Moral oder Anstand zu tun.

    Stimmt. Wäre eine mögliche Variante.


    der Leser hat das Recht das Blog mit der (Schleich) Werbung zu meiden.

    Jeder Leser hat aber auch das Recht, solches offen zu kritisieren.
    Nur das Lesen eines Blogs kann man bisher noch niemandem verbieten.

  15. D.P. sagt:

    Sicher kann er das kritisieren. Die Frage ist ob es etwas bringt. Im grunde genommen ist Adical nichts anderes als ein Zwischenhändler für Werbung. Da gibt es viele, Falk (glaub der heisst so?) google usw. Neu an dieser Geschichte is da nix, ausser das sie sich beim Start einige Blogs ausgesucht haben. Aber mit Kreativität hat diese Art der Werbung nix zu tun, es ist schlicht ne Bannerwerbung…

    gruss D.P.

  16. Pingback: Deutsche Blogs: Geld versus Grundrechte « Ich Blog Dich!

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