Koblenz

Frollein D. hatte am letzten Freitag Geburtstag. Daher beschlossen Frau P. und ich spontan, Frollein D. zu Hause in Koblenz zu besuchen.
Frau P. und ich trafen uns in Karlsruhe am Hauptbahnhof. Ab hier fuhren wir gemeinsam per Automobil nach Koblenz zu Frollein D.

Trotz Navi kamen wir gegen 18 Uhr in Koblenz an. Frollein D. erwartete uns schon sehnsüchtig. Mit schmachtendem Blick schaute sie aus dem Fenster auf uns herab.
Nach einer herzlichen Begrüßungsorgie kamen wir in den Genuss eines Rundgangs durch Frollein D.’s Anwesen. Dabei lernten wir den Hausherren Herrn G. von Hase kennen. Dieser lümmelt gerne gemütlich auf der Fensterbank und macht für Gras-Drops gar auch mal ein Männchen.
Vom Balkon aus hatten wir sogar Blick auf die Burg.
Wobei – das mit der Burg ist schon seltsam. Egal über welche Brücke wir fuhren – egal in welche Richtung. Die Burg war immer rechts. Frollein D. ließ keine Gelegenheit aus, uns auf diese Tatsache aufmerksam zu machen.

Nach der Besichtigung von Frollein D.’s Residenz begaben wir uns zu einem netten kleinen italienischem Restaurant irgendwo in oder um Koblenz.
Ich fuhr, Frollein D. lotste. Aus Erfahrung klug geworden, traute ich ihr anfangs nicht, was ihre Richtungsangaben anging. Wenn sie „rechts“ sagt, meinte sie dann auch „rechts“ oder meinte sie „links“? Einfacher wurde es auch dadurch nicht, dass nicht alle ihre „rechts“ und „links“ immer für meine Fahrorientierung gedacht waren. Wie schon erwähnt stand „rechts“ meist für die Burg und links stand angeblich auch mal ein Reiter. Nun, einen dunkelgrünen Reiter vor schwarzem Hintergrund erkennen zu können, grenzte schon etwas an Hellseherei.
Frollein D. bestand felsenfest darauf, dass sie Links und Rechts auseinander halten könne. Das könne sie sich folgendermaßen merken. Man halte seine linke Hand mit dem Handrücken zu sich gekehrt von sich weg und klappt den Daumen und den Zeigefinger aus. Diese beiden Finger bilden nun den Buchstaben L. Frau P. hat daraufhin die rechte Hand mit der Handfläche zu sich von sich weg gehalten und bildete mit dem Daumen und dem Zeigefinger so auch ein L. Gegenbeweis erbracht!
Auch frage ich mich, hat Frollein D. erst in der Grundschule Links und Rechts auseinander zuhalten gelernt? Vorher wird sie den Buchstaben L wohl kaum gekannt haben. Und auch frage ich mich, ob sie mit ihrer rechten Hand den Buchstaben R nachbilden kann. Fragen über Fragen.

Nun ja, wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, beim Italiener. Hier gab es lecker Essen. Frollein D. empfahl uns das Schnitzel. Sie empfiehlt immer das Schnitzel da sie nur dieses Gericht bei diesem Italiener kennt. Gewohnheitsgemäß bestellte sie auch prompt das Schnitzel. Frau P. nahm eine Pizza mit Shrimps.



Die Calzone auf dem Bild war mein Essen. Was ich mit der Soße, die ich extra dazu bekam, anfangen sollte, blieb mir verborgen. Ich äußerte den Verdacht, dass der Koch bei der Zubereitung der Calzone evtl. vergessen hatte, die Tomatensoße hineinzutun. Vielleicht war der Koch ja zerstreuter als erlaubt war und ich saß gerade vor einer leeren gebackenen Teigtasche und die Kellnerin brächte gleich noch einen Teller mit Salami, Schinken und Pilzen. Aber es kam nichts mehr nach. Der erste Bissen lies meine Zweifel dann verschwinden. Die Calzone war perfekt.

Nach dem Essen griffen wir Herrn K. auf.

Zu viert ging es dann in ein nettes kleines Cafe namens extrablatt.

Dieses Cafe verfügt über ein faszinierendes Kellner-System. Dieses scheint zum Teil dem World Wide Web nachgebildet zu sein. Es gab zwei Kellnerinnen und einen Kellner. Der Kellner hatte die Rolle des Suchdienstes – nennen wir ihn den Google-Kellner.
Wenn man ihn was fragte, wusste er, welche Kollegin dafür zuständig war.
Die eine Kellnerin, fanden wir dann heraus, war nur für das Überbringen von Flaschen zuständig. Sie schien sich im Laufe ihres Job-Daseins spezialisiert zu haben.

Die dritte und auch gleich charmanteste unter den Kellnern, war für den Rest zuständig. Sie war immer akkurat, nett, gefasst – na ja – bis zu dem Moment, als Frollein D. sich einen Amarena Eisbecher OHNE Alkohol bestellt hat. Da gab es dann doch einige Verwirrung, wie dann wohl das Ergebnis auszusehen habe. Aber sie verlor nie ihr nettes Lächeln – auch wenn sich manchmal ihre Hilflosigkeit daraus ableiten lies.


Das Cafe an sich ist sehr geräumig und über 2 Stockwerke aufgeteilt. An den Wänden hängen u.a. Plasma-Bildschirme auf denen MTV lief und sehr nette Bilder.

Auch Frau P. amüsierte sich bei einem leckeren Orangina köstlich.

Nach dem Cafe brachten wir Herrn K. wieder nach hause – also die übliche Fahrt über mehrere Brücken und immer zur rechten Seite die Burg.
Danach war Frollein D. fällig für die Heia.

Gegen 1 Uhr verließen Frau P. und ich Koblenz und machten uns auf den Heimweg. Geplant war ein kurzer Abstecher bei einem McDonalds Drive-In um unsere Kaffee-Vorräte für die Fahrt aufzufrischen. Der erste McDonalds dem wir um 1:57 Uhr einen Besuch abstatten wollten, nahm seine Öffnungszeiten (bis 2 Uhr) so genau, dass die Lichter just in dem Moment ausgingen, als wir auf den Parkplatz einfuhren. Also ab zurück auf die Autobahn und zum nächsten Drive-In. Diese Verzögerung brachte uns dann doch etwas in Schwulitäten.
Mit einem Zeitfenster von ca. 6 Minuten schafften wir es dann noch pünktlich gegen 3:45 Uhr auf den Parkplatz des Hauptbahnhofs Karlsruhe.
Technische Gründe verhinderten jedoch das Lösen einer Fahrkarte für Frau P. so dass wir gezwungen waren, bis 6 Uhr morgens auf den nächsten Zug zu warten. Da ich Frau P. nicht alleine lassen wollte, vertrieben wir uns zusammen die Zeit.

Kurz vor 6 Uhr trennten sich unsere Wege endgültig. Ich erreichte mein Zuhause kurz vor sieben Uhr.
Frau P. schaffte es noch vor 10 Uhr zu hause zu sein.

Alles in allem war es ein sehr amüsanter, netter und vor allem unvergesslicher Abend.

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3 Kommentare zu Koblenz

  1. seduction sagt:

    cool

  2. duplosche sagt:

    danke, danke, danke… es war echt toll :o)
    hab euch lieb *knuddel*

  3. anno1959 sagt:

    Hallo CJ und Petra,
    ich habe mich sehr für Dani gefreut und finde es absolut Spitze was ihr 2 da gemacht habt. Schön zu sehen, das es WWW schafft,das wunderbare Freundschaften entstehen können die Ehrlich und von Herzen kommen.
    Gruß Anno

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