„Bitte zustellen!“ – Update

Gestern finde ich eine Benachrichtigung von DHL in meinem Briefkasten, dass für mich ein Paket bei der Post zum abholen bereit liegt. Da ich nichts erwartet habe, jedoch 2 Tage zuvor selber ein Paket an eine Bekannte verschickt hatte, ahnte ich es schon: Das Paket kam zurück.

Also heute morgen noch vor der Arbeit zur Post gefahren.
Als mir der Herr Postler am Schalter das Paket aushändigen will, frage ich nach dem Grund, warum es nicht zugestellt worden war.

Herr Postler: „Da steht es doch: Nicht zustellbar.“
Ich: „Und warum war es nicht zustellbar?“
Herr Postler: „Weil die Adresse nicht stimmt – vermute ich.“
Ich: „Bei den ersten drei Paketen zuvor hat die Adresse noch gestimmt. Denn diese wurden alle zugestellt. Was sollte denn nun an der Adresse nicht stimmen?“
Herr Postler: „Das kann ich nicht prüfen, ob die Adresse stimmt oder nicht.“
Ich schaue mich um: „Ich bin doch bei der Deutschen Post. Wer, wenn nicht sie, hätten die Möglichkeit zu prüfen, ob eine Adresse stimmt oder nicht?“
Herr Postler schaut mich stumm an.
Ich greife zum Handy, rufe kurz meine Bekannte an und lasse mir die Korrektheit ihrer Anschrift bestätigen. Dann strecke ich Herrn Postler das Handy hin: „Wollen sie auch noch die Adresse überprüfen?“
Herr Postler leicht verunsichert: „Ne, das ist mir relativ egal.“
Ich lege wieder auf:„Was machen wir nun?“
Herr Postler: „Sie bekommen das Paket, wenden sich an das Kundentelefon und bekommen dann eine Gutschrift.“
Ich: „Und wie kommt das Paket zu der Empfängerin?“
Herr Postler: „Das müssten sie nochmal neu versenden.“
Ich: „Ich würde die gleiche Adresse wie die letzten Male drauf schreiben. Wo wäre da der Unterschied zu diesem Mal, wo es nicht zugestellt wurde?“
Herr Postler überlegt kurz.
Ich: „Mir wäre es lieber, DHL würde seinen Teil des Vertrags erfüllen, und dieses Paket zustellen.“
Herr Postler überlegt nochmal, kritzelt dann auf den Adressaufkleber: „Bitte zustellen!!!“ und unterstreicht diesen Satz zweimal.
Ich: „Ach so geht das. Hätte ich das vorher gewusst, hätte ich das gleich beim ersten Versuch selber drauf geschrieben.“
Herr Postler schaut mich etwas hilflos an.

Ich bedanke mich höflich für die schnelle und vor allem unkomplizierte Lösung und verlasse das Postamt.

Auf dem Weg zur Arbeit stelle ich mir den Paketzusteller im Heimatort meiner Bekannten vor, wie er das Paket erneut in den Händen hält, die Worte „Bitte zustellen!!!“ liest und ich mich zwei Tage später wieder zum Postamt begebe mit einem seichten Lied auf den Lippen: „I got you babe“.

Update
Laut System der DHL ist das Paket wieder auf dem Rückweg. Laut Kundenservice, übrigens eine 01805 Telefonnummer, stimme die Anschrift nicht.
Nun bekomme ich einen neuen Adressaufkleber den ich neu ausfüllen muss und das Paket geht so neu beklebt dann nächste Woche das dritte mal auf Reisen. Den Unterschied zu den ersten zwei Zustellversuchen konnte mir die Dame am Kundentelefon auch nicht nennen.
Wie sagt man so schön: Was uns Blogger nicht umbringt, bringt uns Stoff für neue Artikel.
In dem Sinne reibe ich mir hoch erfreut die Hände und harre der Dinge die da kommen mögen.

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2 Antworten zu „Bitte zustellen!“ – Update

  1. Mario H. sagt:

    Das können die doch nicht wissen, dass das Paket zu gestellt werden soll – die dachten, da ist’n Rundreise-Service – kannst froh sein, dass die dir den nicht auch noch extra in Rechnung gestellt haben ;-)

  2. Chris sagt:

    Die haben da doch so ein Lesegerät welches die Adressen der Packete liest und danach den Versandtzonen zuordnet. Vielleicht konnte es deine Schrift nicht lesen.

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