Verfassungsschutz will remote auf unsere PCs – Update

Wie Heise heute berichtet, soll der BKA remote Zugriff auf unsere PCs zu hause erhalten. Ein richterlicher Beschluß genügt dann vollauf.
Realisiert werden soll dies mit der „Internet Monitoring und Analysestelle“ (IMAS).
Wie das genau technisch funktionieren soll, z.B. wie man an den bestehenden Firewalls vorbeikommen möchte, wird nicht genannt.
Man wolle damit die innere Sicherheit stärken und „mehr Transparenz in die dschihadistischen Netzumtriebe“ bringen.

Update
Einem Artikel von Testticker.de zufolge soll das Ausspähen verdächtiger Personen mit Hilfe von Trojanern erfolgen, die den Zielpersonen z.B. mit Hilfe von Emails untergejubelt werden.
Oder die Zielperson wird dazu animiert, eine mit einer Schadsoftware präparierten Webseite anzusurfen. Sollte dies alles nicht funktionieren, sollen die PCs gezielt angegriffen werden, indem undokumentierte Schwachstellen der Betriebssysteme ausgenutzt werden.

Hm, vielleicht sollte sich unser Verfassungsschutz mal mit Sony zusammentun. Die haben doch bewiesen, dass es noch andere Möglichkeiten gibt, fremde Rechner zu infiltrieren.

Meinung
Ja, wer hätte sich das noch träumen lassen, als wir vor etlichen Jahren die Anti-Utopie 1984 von George Orwell gelesen oder in den Kinos gesehen haben.
Die totale Überwachung wurde dort prognostiziert. Die Menschenrechte bleiben auf der Strecke.
„Nicht mit mir“ wird sich wohl fast jeder gedacht haben.

Doch je mehr man sich mal die Mittel unseres Verfassungsschutzes wie die Telefon- oder nun die PC-Überwachung genauer anschaut, je mehr kommt man zu dem Schluß, dass 1984 gestern war.
Wir scheinen heute schon viel weiter zu sein.

Bedeutet ein Zugriff auf unsere PCs doch heute ein leichter Zugriff auf unsere Privatsphäre.
Der heutige PC ist vernetzt, hat ständigen Zugriff auf das Internet, besitzt womöglich noch eine Webcam und dient noch als Media-Center. Wir wickeln damit unsere komplette Korrespondenz ab, vom Fax über Mail bis zum Onlinebanking.

Wer auf unsere PCs Zugriff hat, kann nachsehen, mit wem wir Kontakt haben, wie unsere finanzielle Situation ist, was wir konsumieren usw.
Mit einer angeschlossenen Webcam kann man uns sogar in die Wohnung glotzen und mit dem in der Webcam eingebauten Mikrofon oder dem an dem Rechner angeschlossenen Headset in die Wohnung lauschen.

Und wer sich nun denkt „Ha, an meiner Firewall kommen die nicht vorbei!“, wird sich noch wundern. Wird die PC-Überwachung Gesetz, wird es sicherlich auch Gesetz, entsprechende „Löcher“ in den Firewalls für den Verfassungsschutz freizuhalten. Entweder für die Hersteller von Firewalls oder für uns Bürger.
Und dies alles im Namen der „inneren Sicherheit“.

Tschüss Privatsphäre und adios Grundgesetz!
Willkommen im perfekten Überwachungsstaat!


Quelle:
Heise-Artikel: „Online-Durchsuchung von PCs durch Strafverfolger und Verfassungsschutz“
Testticker.de-Artikel: „BKA-Trojaner soll private PCs durchsuchen“

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1 Antwort zu Verfassungsschutz will remote auf unsere PCs – Update

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