Archiv für die Kategorie ‘Internet’

Holpriger Umzug von Freenet-Kunden zu 1&1

Donnerstag, 03. Dezember 2009

Vor wenigen Tagen erhielten die ehemaligen DSL-Kunden von Freenet ein Schreiben, in dem sie über den Verkauf der freenet Breitband GmbH an die 1&1 Internet AG informiert wurden.

“ihr DSL-Anschluss ist umgezogen!”

heißt es dort lapidar
Doch was bedeutet dies für die bisherigen Freenet Kunden?

es ändert sich im Prinzip nichts

wird fett hervorgehoben in dem Schreiben betont.

“Sie können Ihren DSL-Zugang unterbrechungsfrei nutzen”

Dass die Betonung auf dem DSL-Zugang liegt und eventuelle VoIP Telefonanschlüssen nicht erwähnt werden, könnte nun so mancher Betroffener als schlechtes Omen deuten.

DSL geht, Telefon ist tot
Einen ersten Hinweis erhielten wir von einem unserer Leser. Er informierte uns, dass seit der Umstellung sein Telefon tot sei. Ruft er es an, erhält er die Nachricht, dass die Nummer derzeit nicht erreichbar sei.
Wenn man im Netz etwas recherchiert, stößt man auf ähnlich gelagerte Fälle. In diversen Foren beschweren sich immer mehr Ex-Freenet Kunden über Störungen ihrer Telefonanschlüsse.

Freenet-Hotline nicht zuständig, 1&1 Hotline nicht erreichbar
Rufen die Betroffenen bei der bisherigen Freenet-Hotline an, werden sie an die 1&1 Hotline verwiesen. Doch bei der 1&1 Hotline ist zuerst kein durchkommen. Seit gestern Nachmittag ist die Nummer dann ganz tot. Beim Versuch die Nummer zu wählen, erhalten Hilfesuchende nur die Ansage “Zur Zeit ist diese Rufnummer nicht erreichbar”.
Dabei wird in dem Schreiben von 1&1 an die neue Kundschaft die kostenlose Rufnummer 0721/9600 noch extra erwähnt:

“Natürlich können Sie uns Ihre Fragen zum Wechsel von freenet zu 1&1 auch direkt stellen. Wir sind 7 Tage die Woche rund um die Uhr gerne für Sie da: 0721/9600.”

Fast ist man gewillt sich zu fragen, ob die 1&1 Hotline vorher auch bei Freenet gehostet wurde und nun das gleiche Schicksal erleidet, wie die Anschlüsse der betroffenen Neukunden.

“Nur Einzelfälle”
Wir fragen bei der Pressestelle von Freenet nach. Dort sind derartige Probleme nicht bekannt. Wir sollen uns doch bitte an die Pressestelle von 1&1 wenden. Machen wir auch, doch die 1&1 Pressestelle spricht von “Einzelfällen”. “Einzelfälle” die gar die Rufnummer einer Hotline ins Nirvana befördern?

Hier werden sie nicht geholfen
Ein Brief, der Neukunden einen schon vollzogenen Umzug mitteilt. Telefone die nach der Umstellung nicht mehr gehen. Eine Hotline, die nicht mehr erreichbar ist.
Man mag denken, dass ein Unternehmen Neukunden gegenüber so aufzutreten weiß, dass von Anfang an ein guter Eindruck entsteht. Schließlich wird man die ehemaligen Freenet Kunden doch halten wollen.
1&1 scheint die Chance von einem ersten guten Endruck bei einigen Kunden gründlich vermasselt zu haben.
Wie heißt es noch so schön in dem Begrüßungsschreiben?

“Herzlich willkommen bei 1&1!”

Helden und deren Motive – ein Blick hinter den SchülerVZ Datenskandal

Dienstag, 27. Oktober 2009

Mitte Oktober schlug die Nachricht, dass durch ein großes Sicherheitsloch im SchülerVZ-Netzwerk Datensätze von einem Viertel der dort angemeldeten Nutzer dem Betreiber abhanden gekommen waren, große Wellen.

Netzpolitik.org meldete:

“Aus anonymer Quelle wurden uns Listen von zahlreichen SchülerVZ-Nutzern zugeschickt. Ein Datensatz umfasst mehr als eine Million Datensätze…”

Heute meldet netzpolitik.org

“Unsere erste Quelle bei der Aufdeckung eines Datenlecks bei SchülerVZ hat die von ihre entdeckten Sicherheitslücken dokumentiert (PDF). Wir danke für die Zusammenarbeit. Gerne würden wir die Namen veröffentlichen, damit die beiden Personen auch etwas Ruhm für die Aktion abbekommen. Allerdings ist noch unklar, ob SchülerVZ juristisch gegen sie vorgehen würde. Daher verzichten wir noch darauf.”

Die Helden der Aufdeckung des Datenskandals wollen also gefeiert werden, haben aber Angst vor Repressalien?
Doch haben Helden mit hehren Motiven überhaupt etwas zu befüchten ?

Wenn man anhand des Textes dieses PDF Dokuments etwas nachforscht, finden sich überaus interessante Informationen, die, fügt man diese chronologisch aneinander, ein etwas anderes Bild eines möglichen Motivs vermitteln könnten.

Der Versuch einer Timeline
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(sich bitte hier das Geräusch eines Nachrichtentickers vorstellen, welchen investigative Nachrichtensender des ÖR-Fernsehens Zwecks des besseren Effekts gerne einfügen)

2. Mai 2009
Max (Name geändert) veröffentlicht auf download.chip.eu ein selbstgeschriebenes Tool Namens “SchülerVZ Fotodownload 2.0″:

“Mit dem SchuelerVZ Fotodownload-Tool lassen sich SchuelerVZ Alben mit nur einem Klick herunterladen.”

Als Homepage des Entwicklers wird die Seite Foto-downloader.org genannt. Eigentümer dieser Seite: Max

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14. September 2009
In einem Beitrag auf Progmatic.de, dessen Inhaber Max ist, und auf den die Seite Foto-downloader.org umgeleitet wird, ist unter der Überschrift “Beschwerde von VZnet Netzwerke Ltd. (ehemals StudiVZ Ltd.)” zu lesen:

“Aufgrund von Forderungen der VZnet Netzwerke Ltd. (früher StudiVZ Ltd.), verantwortlich für SchülerVZ.net sind die von mir für SchülerVZ.net veröffentlichten Programme nicht mehr in der aktuellen Form auf dieser Seite zu beziehen.”

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2. Oktober 2009
Auf dem Blog Piratesparty.wordpress.com wird in dem Beitrag “SchuelerVZ – ein Facebook-Klon mit Maengeln” die wortgleiche Erklärung, die heute auf netzpolitik.org in Form eines PDF Files veröffentlicht wurde, online gestellt. Den Kommentaren kann man entnehmen, dass der Beitrag nach dem 11. Oktober irgendwann wieder auf Entwurf gestellt wurde, um dann wahrscheinlich am 21. Oktober wieder online gestellt zu werden. Die Gründe:

“ich wäre Euch sehr dankbar, wenn Ihr diesen Artikel vorerst nochmals in den Entwurfstatus – und damit unsichtbar – machen würdet. Ich wollte eigentlich erst warten, bis das Gutachten auch auf namhafteren Seiten auftaucht, damit es nicht von vielen einfach unentdeckt bleibt, während dann aber von SchülerVZ die aufgezählten Punkte eventuell einfach behoben werden. Das wäre schon schade…”

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16. Oktober 2009
Netzpolitik.org veröffentlicht ihren Bericht über die Sicherheitslücke bei SchülerVZ. Die Geschichte nimmt ihren Lauf….

Zusammenfassung
Max wird von Betreibern von SchülerVZ untersagt, sein Programm “SchülerVZ Fotodownload” weiter zum Download anzubieten.
Daraufhin schreibt anscheinend Max oder einer seiner Kumpels ein “Programm”, mit welchem im SchülerVZ Netzwerk die Daten von über 1 Million Usern ausgelesen werden. Aus Angst, dass das eigene “Gutachten” zu wenig Beachtung findet, während SchülerVZ die Sicherheitslücke schließt, wird es wieder offline genommen.
Danach wendet man sich an ein recht bekanntes Blog netzpolitik.org, welches man nun für sein angeblich so ehrbares Ziel, nur auf eine Sicherheitslücke aufmerksam machen zu wollen, nutzt. Über netzpolitik.org verbreitet sich die Nachricht weiter über Golem, Heise bis zu Spiegel Online.
Leider wurde dann ein zweiter Mensch, der das Sicherheitsleck auch schon entdeckt hatte, bei dem Versuch, 80.000 EUR von SchülerVZ zu erpressen, festgenommen.
Anscheinend eingeschüchtert über die Tragweite der Lage wird das Gutachten beschnitten und “anonym” wiederum über Netzpolitik.org veröffentlicht.

Fazit: (K)eine Frage der Ehre !?
Keine Frage, das Aufdecken und Schließen von Sicherheitslücken ist von Grund auf ein gutes Anliegen. Die Historie hinter dem aktuellen Fall lässt jedoch viel Spielraum für Interpretationen, was die wahren Motive angehen könnte.
War es verletzter Stolz? Wollte man sich bei SchülerVZ dafür revanchieren, dass diese einem das Verbreiten eines selbst geschriebenen Programms untersagt haben?
Hat man netzpolitik.org aus Angst, dass das eigene Blog nicht genug Beachtung findet und SchülerVZ inzwischen die Lücke schließen könnte, instrumentalisiert?

Allein der Kommentar in dem Blog piratesparty.wordpress.com lässt darauf schließen, dass man mitnichten davon ausging, das SchülerVZ die Warnungen ignorierte. Man hatte eher Angst, dass sie reagierten und das eigene “Gutachten” danach nichts mehr wert sein könnte und man so nicht die gewünschte Beachtung erhielte.

Betrachtet man diese Hintergründe, tun sich viele neue Fragen auf:
- Mussten erst wirklich die Daten von 1 Million Usern des Netzwerks SchülerVZ entwendet werden, um auf eine Sicherheitslücke hinzuweisen? Hätte da nicht auch ein wesentlich kleinerer und ungefährlicherer Datenbestand gereicht?
- Hätte man auch dann die Sicherheitslücke öffentlich gemacht, wenn das Verbreiten des Programms “SchülerVZ Fotodownload” nicht untersagt worden wäre?
- Wäre das einzige Ziel gewesen, die Sicherheitslücke zu schließen, hätte man dann nicht anders agiert?!

Wenn das Handeln wirklich aus niederen Beweggründen geschah, hat man dann ein Anrecht auf Ruhm ?

Vodafone verheizt Bloggerin

Donnerstag, 23. Juli 2009

Kaum zwinkert man einen “Moment”, entgeht einem fast der nächste Griff ins Klo einer von Anfang an zum Scheitern verurteilten PR-Kampagne.

Aber gehen wir mal etwas in der Zeit zurück.

Anfang/Mitte 2008 hatte ich ein interessantes Gespräch mit einem Notebook-Hersteller zum Thema Netbooks.
Interessant deswegen, weil dieser Hersteller sich Gedanken darüber machte, wie man die Bloggerszene am besten bei der Vermarktung des geplanten neuen Netbook-Modells mit ins Boot bekäme.

Was Vodafone gerade an Gegenwind abbekommt, und das trotz oder wegen) der angeblichen meinungsführenden Blogs aus dem Adnation Netzwerk, übertrifft noch alle Befürchtungen und Erwartungen, die mir damals bei der Frage durch den Kopf schossen.

Der aktuelle Höhepunkt ist der Abschied der angeblich so bekannten Bloggerin Schnutinger/Hamelmann.
Angeblich bekannt daher, weil sie unterm Strich bis vor kurzem recht unbekannt war. Doch da unbekannte Märtyrer nicht den Helden- sondern den einsamen Tod sterben, wird sie mal schnell zu einer bekannten Bloggerin benannt. Aber das nur am Rande.

Das Tragische daran ist, dass man die Dame verheizt hat und sie merkt es anscheinend noch nicht einmal.
Die Werbebranche frisst die Ehrlichen und spuckt die Genügsamen unverdaut wieder aus.

Der erste Fehler von Frau Hamelmann war, kein Geld zu nehmen. Wer Werbung macht, nimmt dafür Geld. Möglichst viel. Je teurer man ist, desto dicker ist am Ende das eigene Fell, das man hat, um gegen den Druck der Öffentlichkeit stand zu halten. Denn wenn man das erste Mal aus der Masse heraustritt und dafür auch noch “kein Geld” nimmt, sind die Neider, der Pöbel und die Krümelsucher nicht weit.

Der zweite Fehler war wohl, dass niemand der Dame gesagt hat, dass Ehrlichkeit und Offenheit in der Werbung nicht belohnt werden. Werbung baut auf Schein, Lug und Trug auf. Immer und ausnahmslos. Denn Täuschen und Ablenken ist das Ziel von Werbung. Wer Werbung macht, muss in der Lage sein, Widersprüchliches immer und immer wieder so von sich zu geben, dass es Kritiker müde werden lässt, weiter nachzuhaken. Wer Werbung macht, sollte sich im Klaren darüber sein, dass das, was man da in den Händen hält und was einem die Werbeagentur vor dem Shot über das Produkt erzählt hat, nicht einmal ein kleiner Teil der Wahrheit ist.

Und der dritte Fehler war, dass die Dame versucht hat, sich zu rechtfertigen. Und das auch noch auf fremden Plattformen, wo sie nicht das Steuer in der Hand hat.

Schade ist nur, dass am Ende eine Bloggerin auf der Strecke bleibt.
Bloggen bedeutet immer, viel von sich persönlich der Öffentlichkeit preis zu geben. Dazu braucht es Überwindung, Mut und Freude am Bloggen. Dies hat sich sich nehmen lassen. Da ist sie selber nicht ganz unschuldig daran.
Dabei wäre es gerade jetzt wichtig, dran zu bleiben. So viel Aufmerksamkeit wie dieser Tage bekommt die Dame vielleicht nie wieder. So würde sie zumindest für ihr Blog und ihre anderen Projekte die nötige Aufmerksamkeit erhalten. Das wäre dann wenigstens ein kleiner Trost für all den Ärger.

Aber zurück zu dem Notebook-Hersteller und seinem Anliegen, sein damals geplantes Produkt mit Hilfe von Bloggern zu bewerben.
Lange Rede, kurzer Sinn: Mein kurzer und kostenloser Rat war: Aufpassen! So eine Kampagne kann schnell nach hinten losgehen und ist unberechenbar. Am Ende sah der Hersteller von seiner Idee ab und warb auf klassischem Wege für sein Produkt.

Bei der klassischen Werbung hätte Vodafone auch bleiben sollen. Wer auch immer Vodafone bei der aktuellen Kampagne beraten hat, hat seinem Auftraggeber einen Bärendienst erwiesen.
Wer berät Vodafone eigentlich nochmal?

Apropos Bärendienst. Dem vor sich hin dümpelnden Werbenetzwerk Adnation dürfte dieses Theater auch mehr schaden als nützen. Aber keine Sorge. Der nächste Werbekunde, dem Menschen- und Grundrechte nicht so wichtig sind, wird schon auftauchen. Das scheint langsam ein fester Bestandteil der Strategie der Adnation-Macher zu werden. Warum auch nicht? Geld und Moral haben sich bekanntlich ja noch nie vertragen.

Weiterführende Linis:
PRevanchisten und die Erfindung des Mobs
(Don Alphonso in der Blogbar mit einer Chronologie vom 22.07.2009)
frau schnutinger macht PR
(wirres.net vom 20., 21. und 22.07.2009)
Lobo, Schnutinger und lernen aus der Vergangenheit
(Ein ganz anderer Ansatz verfolgt der Kollege vom Reizzentrum, vom 22.07.2009)

Durchbruch bei Blogvermarktung

Donnerstag, 16. Juli 2009

Seit es Weblogs gibt, versuchen sich viele Blogger darin, mit ihren Werken das große Geld zu verdienen.

Doch trotz Adnation, diversen Bloggertreffen wie die jährliche re:publica, Konferenzen, Stammtische usw., wo den Bloggern gerne der baldige Reichtum in ihren Hosentaschen in Aussicht gestellt wurde, haben bisher nur wenige wirklich Geld mit dem Bloggen verdient. Einmal von den Machern und Veranstaltern solcher Workshops abgesehen, die das Ziel dank der Eintrittsgeldern der Blogger schon erreicht haben, mit Weblogs Geld zu verdienen (auch wenn es nicht ihre eigenen sind) sind es dann ausgerechnet Blogger wie Robert Basic, die erfolgreich die Kohle scheffelten. Doch gerade die haben mit Adnation und Co. nix am Hut.

Doch aus vertraulicher Quelle wurden uns nun Unterlagen zugespielt. die den Durchbruch für alle diese Blogger bedeuten wird.
Laut unserem Informanten sollte diese Vermarktungsidee erst auf der re:publica ‘10 der armen breiten Bloggeröffentlichkeit vorgestellt werden.
Doch warum erst morgen Geld verdienen, wenn man es schon heute tun kann?

Laut den Grafiken, die uns zugespielt wurden, basiert das Prinzip auf der derzeitigen Werbekampagne von Sascha Lobo für Vodafone:

original

Wie, werden Sie nun denken, kann jeder Blogger damit nun auch vom Reichtum beglückt werden?

Die Vorlagen, die wir erhalten haben, zeigen die simple und dadurch überzeugende Idee. Man schneidet den Kopf aus und fügt das eigene Konterfei ein.

lobofone

Das eigentliche Geheimnis dieser erfolgreichen Geschäftsidee liegt jedoch ganz woanders. Dank dieses Geheimnisses, was eigentlich jedem bisher direkt in die Augen sprang, aber niemand erkennen konnte, funktioniert die Idee nicht nur mit einem Mobilfunkanbieter.
Aus den uns zugespielten Unterlagen zeigt das Beispiel “T” wie transportabel diese Werbeidee ist.

te

Können Sie es erkennen? Die Beispiele “EPLUMS” und “H2O2″ sollten auch den letzten Zweifler von diesem Erfolgskonzept überzeugen.

epl

h2o2

Deutsche Blogs: Geld versus Grundrechte

Dienstag, 14. Juli 2009

Man mag über Werbung in Weblogs denken was man will. Und man mag auch über Adnation denken, was man möchte. Doch manche Kombination von Bloginhalten und Werbung über Adnation passen einfach nicht zusammen.

Die Liste der Weblogs, die derzeit im Adnation Netzwerk eingebunden sind, hat sich sichtbar vergrößert.
Einige dieser Blogs haben in den letzten Wochen wiederholt das von unserer Familienministerin initiierte Zugangserschwernisgesetz, welches nun vom Bundesrat durchgewunken wurde, scharf kritisiert.
Bei dem Zugangserschwernisgesetz handelt es sich um ein Gesetz, mit welchem die großen deutschen Internetprovider verpflichtet werden, anhand von Filterlisten Zugriffe auf Webseiten zu sperren, die Kinderpornographisches Material zu beinhalten scheinen.

Dieses Gesetz steht im Verdacht, in der vorliegenden Form gegen das Grundgesetz zu verstoßen und wird von Juristen sehr kritisch betrachtet.
Die betroffenen Provider haben damals unterschiedlich reagiert. Wie netzpolitik.org berichtet, ist Vodafone/Arcor

der einzige Provider, der die Pläne von Ursula von der Leyen offen unterstützt

Meist haben Blogbetreiber wenig oder gar keinen Einfluss darauf, wer die “vermieteten” Flächen in ihren Blogs für Werbung nutzt.
Bei Adnation ist das jedoch anders. So wurde es schon oft genug kommuniziert, dass hier die Blogbetreiber, zumindest bei heiklen Werbepartnern, vorher gefragt werden und “Nein” sagen können. So war dies zumindest bei der umstrittenen Yahoo-Werbung vor zwei Jahren.

Und so wird es auch dieser Tage mit der Vodafone-Werbung gewesen sein. Denn zumindest zwei im Adnation-Netzwerk gelisteten Blogs, netzpolitik.org und wirres.net, haben der Versuchung widerstehen können.

Nun kann man meines Erachtens nicht alle Adnation-Blogs über einen Kamm scheren. Rein kommerzielle Auftritte oder Seiten, auf denen das Zugangserschwernisgesetz gar kein Thema waren, sehe ich hier weniger in der Zwangslage, sich evtl. rechtfertigen zu müssen.

Aber die üblichen Verdächtigen sind wieder mal die Dauernörgler am politischen System Deutschlands, die sich trotz mit Werbung vollgeballerten Webseiten immer noch als rein private Weblogs ausgeben (mancher auch gerne ohne Steuernummer – man wird schon wissen warum).
Diese Blogbetreiber werden sich auch dieses mal wieder in einzelnen rechtfertigenden Beiträgen “Nicht rechtfertigen wollen”.
Warum sollten sie auch, wenn sie vielleicht auch noch zu denen gehören, die es weder mit der Schleichwerbung noch mit dem Urheberrecht besonders genau nehmen. Da kommt es doch auf die Grundrechte auch nicht mehr an – solange die Kohle stimmt.

Indische Botschaft weist Vorwürfe der Nichtächtung von Kinderpornographie zurück

Dienstag, 14. Juli 2009

Ende letzter Woche wurde ein Radiointerview mit Familienministerin Frau Ursula von der Leyen bekannt (Link zum ungekürzten Radiointerview), in der sie unter anderem folgende Aussage tätigte:

“Das oberste Ziel muss sein, die Täter zu stellen. Das ist Polizeiarbeit. Und das zweite entscheidende Ziel muss sein, die Quelle zu löschen auf dem Server, da, wo sie sind. Aber da gerät man an seine Grenzen, wenn der Server z.B in Indien steht. Ein hochkompetentes Land, was Computertechniken angeht, aber ein Land, das keinerlei Form von Ächtung von Kinderpornografie hat. Da können sie nicht mehr löschen.”

Wir fragten daraufhin bei der indischen Botschaft an, ob diese Aussage von Frau von der Leyen stimme.

Von Ashutosh Agrawal, Erster Sekretär für Information und Presse, der Indische Botschaft in Berlin erhielten wir folgendes Statement:

“Die Behauptung, dass es in Indien keine Gesetze gegen Kinderpornographie gibt und das Kindesmißbrauch in Indien legal ist, ist völlig unbegründet und irreführend.

Das indische Strafgesetzbuch und die Strafprozessordnung von 1973 beinhalten mehrere Bestimmungen zur Bestrafung von Kindesmißbrauch, zum Beispiel den Abschnitt 354 über Verstösse gegen den Anstand gegenüber Frauen, Abschnitt 375 über die Straftat der Vergewaltigung (jeglicher Akt, geschehen in gegenseitigem Einvernehmen oder Anders, mit einer minderjährigen Person wird als Vergewaltigung betrachtet), Abschnitt 377 über unnatürliche Handlungen und Straftaten. Diese Abschnitte decken auf umfassende Weise die Verbrechen in Bezug auf Kindesmißbrauch AB.

Das Informationstechnologiegesetz in geänderter Form von 2008 wurde am 05. Februar 2009 erlassen, um sich mit den Fällen der Kinderpornographie in elektronischer Form zu befassen. Nach Abschnitt 67 Unterabsätze B (a) und (b) dieses Gesetzes ist es in Indien ein krimineller Akt, Material, welches Kinder in öbszöner, unanständiger oder sexuell expliziter Weise darstellt, in jeglicher elektronischen Form zu veröffentlichen, zu übertragen, zu sammeln, zu erschaffen, zu suchen, zu fördern, zu bewerben, auszutauschen oder zu vertreiben. Die Begehung solcher Straftaten kann mit Haftstrafen in Höhe bis zu sieben Jahren und Geldstrafen bis zu einer Million Rupien (ungefähr 15000 Euro) bestraft werden. Es ist ebenfalls eine Straftat in Indien, solches Material I’m Internet zu betrachten oder herunterzuladen und der Strafrahmen dafür ist derselbe wie oben.

Die Unterabsätze B (c) und (e) decken andere Straftaten I’m Zusammenhang mit dem Online Mißbrauch von Kindern AB. Den vollen Text Des Abschnitts 67 B dieses Gesetzes finden Sie zu ihrer Information in der Anlage.”

Als Anlage erhielten wir folgenden Auszug aus dem indischen Informationstechnologiegesetz:

Auszug aus dem Informationstechnologiegesetz (Änderung) in der Form von 2008,
Erlassen am 05 Februar 2009

    Abschnitt 67, Absatz B – Bestrafung für das Veröffentlichen, Übertragen oder das Betrachten I’m Internet von Material, welches Kinder bei sexuell expliziten Handlungen, etc. In elektronischer Form darstellt.

    Wer immer

    a) Material, welches Kinder bei expliziten sexuellen Handlungen oder Verhaltensweisen darstellt, in jeglicher elektronischer Form veröffentlicht oder überträgt oder dafür sorgt, dass es veröffentlicht oder übertragen wird, oder wer

    b) Texte oder digitale Bilder, Material in beliebiger elektronischen Form, welches Kinder auf obzöne oder unanständige oder sexuell explizite Weise darstellt, sammelt, sucht, I’m Internet betrachtet, herunterlädt, bewirbt, promotet, austauscht oder verbreitet, oder wer

    c) Beziehungen online zu einem oder mehreren Kindern unterhält, dazu verleitet oder überredet zum Zwecke Des Begehens oder über sexuell explizite Handlungen, oder auf eine Weise, die einen vernünftigen Erwachsenen auf der Computerquelle beleidigen kann, oder wer

    d) den Mißbrauch von Kindern online begünstigt, oder wer

    e) den selbst oder von anderen begangenen Mißbrauch I’m Hinblick auf sexuell explizite Handlungen mit Kindern in beliebiger elektronischer Form aufzeichnet

    Wird bei erstmaliger Veruteilung mit einer Haftstrafe bis zu fünf Jahren und einer Geldstrafe bis zu einer Million Rupien und bei der zweiten und weiteren Verurteilungen mit Haftsrafe bis zu sieben Jahren sowie Geldstrafe bis zu einer Million Rupien bestraft.

    Es war Mahnwache – und keine “Sau” ging hin

    Donnerstag, 18. Juni 2009

    So sieht das also aus.
    Ich schreibe gestern noch, dass keine “Sau” zu den Demos gegen die Auswüchse unseres Überwachungsstaates gehen, und ernte damit einige bitter böse Reaktionen.

    Und heute?
    In Berlin war Mahnwache zum Beschluss des Netzsperren-Gesetzes.
    Spreeblick berichtet von 300 Teilnehmern.
    Berlin hat 3,4 Mio. Einwohner. Das Verhältnis kann sich jeder selber ausrechnen.

    Ich will die Leistung und den Mut der Teilnehmer nicht schmälern.

    Aber so wird das nix.

    134014 Mitzeichner finden kein Gehör – und wir sind selber schuld

    Mittwoch, 17. Juni 2009

    Einhundertvierundreissigtausendundvierzehn Menschen haben die Petition “Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten” gezeichnet.
    Ein neuer Rekord – doch geholfen hat es am Ende nichts.

    Doch wer ist Schuld an diesem Schlamassel?
    Es ist leicht, die Schuld auf die SPD zu schieben. Die Partei, die immer mehr einem Wackeldackel auf der Hutablage einer CDU-Karosse gleicht, hat mit ihrem “Kurs” nicht wirklich überrascht.
    Ist dann die CDU schuld? Eine Partei mit einer Kanzlerin, groß geworden in einem Unrechtsstaat?
    Oder ist es Frau von der Leyen? Eine Familienministerin, die etwas geschafft hat, wovon ein Innenminister nur träumen kann?
    Oder sind es die immer wieder “gleichgeschalteten” Medien, die das Thema bisher nicht wirklich aufgegriffen haben?

    NEIN!

    Schuld an dem Ganzen sind wir selbst.

    Wir die Wähler!
    Wir haben als Wähler diese Regierung gewählt und werden dies bei der nächsten Wahl so oder so ähnlich wieder tun.
    Datenvorratshaltung, unzureichende Gesetze zum Schutz unserer persönlichen Daten, Wohnraumüberwachung usw. haben uns noch immer nicht zum Umdenken bewegt.

    Wir die Bürger!
    Wir die Bürger haben den Politikern nicht deutlich genug gezeigt, dass es Grenzen gibt. Anders lässt es sich nicht erklären, dass auf Demonstrationen gegen immer schärfere Gesetze zu unserer Überwachung keine “Sau” mehr hingeht.

    Wir die Internet-Schreiber!
    Anstatt sich zu solidarisieren, haben sich manche teilweise lieber gegeneinander gestellt, als miteinander zu versuchen, etwas zu bewegen.
    Sätze wie “Im Übrigen mag ich es überhaupt nicht, wenn eine kleine Arbeitsgruppe im Namen aller spricht.” sind mehr als bezeichnend.

    Wir alle tragen selber die Schuld an dem neuen Gesetz.
    Jetzt werden wir auch damit leben müssen.

    T-Home Wartearbeiten

    Dienstag, 09. Juni 2009

    Wer sich für VDSL Interessiert, kann den Ausbaustatus anhand einer Landkarte prüfen.
    Dazu gereichen Straße, Hausnummer und Ortschaft. Gerade für NICHT-Telekom-Kunden eine praktische Angelegenheit, da mangels Telekom-Telefonnummer die Verfügbarkeitsprüfung über eine Telefonnummer gerne fehlschlägt und daher immer die Rufnummer der armen Nachbarn herhalten muss.
    Der Umstand, dass VDSL demnächst (ab dem 15. Juni) auch OHNE Zwangsehe mit einem Entertainmentpaket zu haben sein soll, macht einen Umstieg noch verlockender.

    Doch was tun, wenn VDSL am Wohnsitz nicht verfügbar ist? Dafür bietet der Dienst die Möglichkeit an, sich in eine Interessentenliste einzutragen.

    vdslinteressentenliste

    Eine feine Sache – zumindest theoretisch.
    Denn seit Tagen erhalte ich die Meldung “Wegen Wartungsarbeiten ist diese Anwendung leider vorübergehend nicht verfügbar”.

    thomewartungsarbeiten

    So werden aus “Wartungsarbeiten” letztendlich “Wartearbeiten”. Doch aus einem NICHT-Kunden wird so wohl kaum ein Kunde.

    Online-Petition gegen Internetsperre

    Montag, 04. Mai 2009

    Gegen den Gesetzentwurf zum “Sperren” von Zugriffen auf Webseiten mit Kinderpornographischen Inhalten, regt sich Widerstand.

    Eine Dame mit Namen Franziska Heine hat eine Petition “Internet – Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten” eingereicht.

    “Wir fordern, daß der Deutsche Bundestag die Änderung des Telemediengesetzes nach dem Gesetzentwurf des Bundeskabinetts vom 22.4.09 ablehnt.”

    Weiter heißt es, dass das geplante Vorgehen undurchsichtig und unkontrollierbar und damit das Grundrecht auf Informationsfreiheit in Gefahr sei.

    Bisher haben über 7500 Menschen die Petition mitgezeichnet. 50.000 müssen es werden, damit unsere Politiker in einer öffentlichen Ausschusssitzung der Angelegenheit Gehör schenken.

    Anmerkung:
    Auf die Schnelle habe ich nichts über Frau Heine gefunden. Wer Näheres über die Initiatorin weiß, schreibt mir doch bitte eine Mail.
    Danke.

    Via Reizzentrum