Am 21.12.2007 war es dann soweit, der lang ersehnte Tag 0 war endlich erreicht. Der letzte Tag in einer nicht enden wollenden Zeit der Kündigungsfrist, der Tag der Erlösung, der Tag des Lichts am Ende des Tunnels.
Geplant war eigentlich, die verbleibenden 4 Stunden vor dem beginnenden Resturlaub bei einem Sektumtrunk mit kleinem Snack in der gemütlichen Runde der guten bald-Ex-Kollegen zu verbringen. Aber wer in der IT-Branche arbeitet, weiß, daß Murphy sowas niemals zulassen würde.
Tja, so auch bei mir, denn mein Tag begann dann schon um 05:50 Uhr, per Telefon aus dem Tiefschlaf gerissen – „Hallo, entschuldigen Sie die frühe Störung, aber der Mailserver geht nicht mehr…….“.
Buhuu, womit hatte ich das nur verdient ?
Habe ich nicht in den vergangenen 11 Jahren immer ordentlich für meine Babies, meine Server gesorgt ? Gab ich ihnen nicht genug Strom, sorgte ich nicht für ordentliche Arbeitstemperaturen, nicht zu warm, nicht zu kalt ? Unterzog ich sie hin und wieder nicht einer ordentlichen fachmännischen Inspektion, tauschte alte oder defekte Teile aus und gab ihnen auch nach vielen Jahres das Gefühl, noch etwas wert zu sein in dieser schnelllebigen IT-Gesellschaft ?
Aber wie bei den Menschen, so auch unter den Maschinen, es wird dir nicht gedankt. Kein Dankeschön, keine netten Worte zum Abschied, nichts, garnichts, nein sogar beschmutzen, den Ruf durch den Dreck ziehen, sich mit Inkompetenz umzingeln lassen, all das muss man ertragen. Aber man tut es, weil man sowas wie Pflichtgefühl, Verantwortung und Ehre kennt.
Die einzige Erkenntnis die bleibt ist das Gefühl, genau die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Die richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt.
Aber auch das Gefühl, ein paar gute Freunde, nicht nur Kollegen, zurückgelassen zu haben…
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